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China schiesst Himmelspalast ins All

China verfolgt ein ambitioniertes bemanntes Raumfahrtprogramm. Dazu soll ab 2022 auch eine eigene Raumstation gehören. Nun soll aber zuerst einmal ein Mini-Raumlabor ins All gebracht werden.

bru
Eine grosser Tag für China: Die erste Kapsel des neuen Raumsystems startet in der Wüste Gobi. (29. September 2011)
Eine grosser Tag für China: Die erste Kapsel des neuen Raumsystems startet in der Wüste Gobi. (29. September 2011)
Reuters
Erster Schritt zu einer chinesischen Raumstation: Eine Visualisierung des Moduls Tiangong-1.
Erster Schritt zu einer chinesischen Raumstation: Eine Visualisierung des Moduls Tiangong-1.
zvg, Reuters
Erste Tests im Weltraum: Animierte Version des Moduls vor dem Andockmanöver.
Erste Tests im Weltraum: Animierte Version des Moduls vor dem Andockmanöver.
Reuters
Probelauf fürs Leben in der Raumstation: Animation des Innenlebens des Moduls Tiangong-1.
Probelauf fürs Leben in der Raumstation: Animation des Innenlebens des Moduls Tiangong-1.
Reuters
Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Arbeiter bereiten auf dem Raumfahrtbahnhof Jiuquan die Trägerrakete vor.
Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Arbeiter bereiten auf dem Raumfahrtbahnhof Jiuquan die Trägerrakete vor.
Keystone
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Das Modul namens Tiangong-1 (Himmelspalast) soll morgen zwischen 15.16 und 15.31 Uhr Schweizer Zeit vom Raumfahrtbahnhof Jiuquan (Provinz Gansu) in Nordwestchina starten, wie das chinesische Raumfahrtzentrum mitteilte. Es ist rund 8,5 Tonnen schwer.

Das Modul dient dem ersten chinesischen Andockmanöver und weiteren Tests für den Bau und Betrieb einer grösseren Raumstation um das Jahr 2022 herum. Anfang November werde dazu auch das unbemannte Raumschiff Shenzhou 8 starten, wie die Sprecherin des Raumfahrtprogramms Wu Ping laut einer Mitteilung sagte.

Rendezvous im All

«Das Andockmanöver und die Beherrschung der Technologie dafür ist von entscheidender Bedeutung für das bemannte Raumfahrtprogramm.» Während Tiangong-1 in rund 350 Kilometer Höhe um die Erde kreist, soll Shenzhou 8 (Magisches Schiff) ferngesteuert andocken. Das Rendezvous ist zwei Tage nach dem Start geplant.

Das Raumschiff soll zwölf Tage mit dem Modul verbunden bleiben. Während der zweijährigen Betriebszeit von Tiangong-1 sind im nächsten Jahr weitere Andockmanöver geplant. Mit zwei weiteren Shenzhou-Flügen sollen erstmals auch Astronauten kurzzeitig die experimentelle Mini-Raumstation bewohnen.

Der zunächst Anfang September geplante Start von Tiangong-1 war wegen eines Fehlschlags mit einer Rakete des Typs «Langer Marsch 2C» im August verschoben worden. Als Ursache wurde ein Problem mit dem Kontrollsystem der kleinen Steuerungsraketen identifiziert.

Stolze Nation

Die Rakete für Tiangong-1 wurde modifiziert, damit sich ein solches Problem nicht wiederholen kann. Sprecherin Wu Ping zeigte sich zuversichtlich, dass alles klappen wird. Der Typ 2FT1 ist das jüngste Modell der «Langer Marsch»-Familie und hat mehr Schubkraft.

Der Start ist nicht zufällig unmittelbar vor dem Nationalfeiertag am Samstag geplant. Viele Chinesen verfolgen das ehrgeizige Raumfahrtprogramm mit grossem Stolz. 2003 schickte China erstmals einen Astronauten ins All.

Neben den grossen Raumfahrernationen USA und Russland ist China das dritte Land, das aus eigener Kraft Astronauten ins All schicken kann. 2008 machten chinesische Astronauten, die auch Taikonauten genannt werden, erstmals auch einen Weltraumspaziergang.

Bis 2022 fertig?

Die geplante Raumstation könnte bis 2022 fertiggestellt sein, berichtete Professor Jiao Weixin von der Peking Universität der Zeitung «Global Times». Sie solle wissenschaftlichen Experimenten in der Schwerelosigkeit dienen.

«Es wäre bedeutungslos, eine bemannte Raumfahrt zu entwickeln, wenn wir nur Raumschiffe bauen und nicht eine eigene Raumstation», sagte der Experte. Der Bau und Betrieb erfordere häufige Rendezvous, Raumspaziergänge und Andockmanöver. Tiangong-1 sei ein notwendiger erster Schritt dahin.

(SDA)

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