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China greift nach dem Mond

37 Jahre nachdem die Sowjetunion als letzte Nation eine Sonde auf den Mond schickte, will China eine Mondlandung unternehmen. Die Rakete vom Typ Langer Marsch 3B startete erfolgreich.

Erfolgreicher Start: Die chinesische Rakete Langer Marsch 3B hebt vom Raumfahrtbahnhof Xichang ab. (1. Dezember 2013)
Erfolgreicher Start: Die chinesische Rakete Langer Marsch 3B hebt vom Raumfahrtbahnhof Xichang ab. (1. Dezember 2013)
Reuters

Als dritte Nation der Erde will China eine Mondlandung unternehmen. Eine Rakete vom Typ Langer Marsch 3B mit dem Raumschiff Chang'e 3 startete erfolgreich vom Raumfahrtbahnhof Xichang in der Provinz Sichuan in Südwestchina. 19 Minuten später trennte sich die Mondsonde von der Rakete und zündete ihr Triebwerk, um sich auf die einwöchige Reise zu machen. Die erste Mondlandung Chinas ist am 14. Dezember in der «Bucht der Regenbogen» geplant - einer der schönsten Mondlandschaften.

China würde damit nach den USA und der früheren Sowjetunion die dritte Nation, die eine Mondlandung unternommen hat. Ein Jadehase (Yutu) genanntes Mondfahrzeug soll die Oberfläche erkunden.

Rover für drei Monate auf dem Mond

Per Fernsteuerung soll der sechsrädrige und 140 Kilogramm schwere Rover drei Monate lang herumkurven und auch nach Rohstoffen suchen, wie die Staatsagentur hervorhob. Der Jadehase kann 200 Meter pro Stunde zurücklegen. Zuletzt hatte die Sowjetunion vor 37 Jahren im August 1976 mit Luna 24 eine Sonde auf dem Erdtrabanten landen lassen.

Der Start des Raumschiffes erfolgte bei «idealen Wetterbedingungen» mit Temperaturen etwas unter null Grad und wenig Wind in Xichang. Die Triebwerke und Raketenstufen trennten sich wenige Minuten nach dem Abheben problemlos von der Rakete. Alle Systeme funktionierten «normal», berichtete die Bodenkontrolle. Das Staatsfernsehen sprach nach einer halben Stunde von einem «Erfolg».

Zusammenarbeit mit Europäern

Direkt nach dem Start von Chang'e 3 wollte die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) den Flug von der Weltraumstation Kourou in Französisch-Guayana verfolgen und Steuerungsbefehle weiterleiten. Die Unterstützung wird vom Kontrollzentrum in Deutschland koordiniert.

Die Landung auf dem Mond und das Mondfahrzeug werden über zwei chinesische Stationen in Kashi im äusseren Westen Chinas sowie im nordöstlichen Jiamusi ferngesteuert. Über die Esa-Antennen in Ceberos in Spanien und in New Norcia in Australien werden dann Messungen vorgenommen, um den Chinesen zu helfen, präzise den genauen Standort der Mondfähre zu bestimmen. Eine Rückkehr mit Gesteinsproben zur Erde plant China erst bei künftigen Mondlandungen bis spätestens 2017.

Es war der 25. Start einer Rakete vom Typ Langer Marsch 3B. Mit mehr als drei Metern Durchmesser und 56 Metern Höhe ist die Rakete das bislang tragfähigste Modell. Die Raumschiffe des Mondprogramms sind nach der legendären chinesischen Mondfee Chang'e benannt. Nach einer Online-Umfrage erhielt das Mondfahrzeug den Namen ihres Jadehasen, mit dem sie der Legende nach auf dem Mond hockt.

Ehrgeiziges Raumfahrtprogramm

Die Sonde wird anders als frühere Mondfähren der USA und der Sowjetunion etwa 100 Meter über der Oberfläche schweben können, um Hindernissen ausweichen und den geeigneten Landeplatz aussuchen zu können. Chang'e sei mit präzisen und schnell reagierenden Sensoren ausgestattet, um Bewegung und Umgebung analysieren zu können, schrieb Xinhua.

Die unter Mondbeobachtern beliebte «Bucht der Regenbogen» sei flach, was der Kommunikation dienlich sei. Auch gebe es reichlich Sonnenschein für die Solarsegel, um Strom zu produzieren.

China verfolgt ein ehrgeiziges Raumfahrtprogramm. Es plant den Bau einer Raumstation, die 2020 mit dem Auslaufen der internationalen Raumstation ISS möglicherweise der einzige bemannte Aussenposten im All sein dürfte. Mit einem Satellitennetz baut China auch ein globales Navigationssystem. Erst 2003 hat China erstmals einen Astronauten ins All gebracht.

SDA/kpn

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