Entwickler künden bei den Batterien einen Quantensprung an

An der Energie- und Klimamesse im Berner Kursaal dreht sich fast alles um die Batterie der Zukunft. Mehrere Entwickler aus dem Silicon Valley versprechen einen Quantensprung beim Preis-Leistungs-Verhältnis. Und damit einen grossen Schritt bei der Lösung des Klimaproblems.

Die Energie-Elite der Schweiz im Berner Kursaal: Am Energie- und Klimaforum haben die Referenten aus Amerika Einblick in die Zukunft der Batterie gegeben.

Die Energie-Elite der Schweiz im Berner Kursaal: Am Energie- und Klimaforum haben die Referenten aus Amerika Einblick in die Zukunft der Batterie gegeben.

(Bild: swisseconomic.ch)

Tobias Habegger@TobiasHabegger

Wer von Ruhm und Reichtum träumt, der sollte eine Batterie entwickeln, die extrem leistungsstark und extrem günstig ist. Auf diese Batterie wartet die Energiebranche weltweit. Denn damit würde die Energiewende einen grossen Schritt Richtung Realität machen. Und die Klimaerwärmung könnte ernsthaft bekämpft werden.

Die Profis aus dem Silicon Valley in Kalifornien sind nach eigenen Angaben kurz davor, dieses Wunderding auf den Markt zu bringen. Entwicklerinnen und Entwickler von Energie-Speichertechnologien haben am Energie- und Klimaforum in Bern ihre Projekte präsentiert.

Das Budget-Elektromobil

Da war zum einen der Mann mit dem Vollbart und dem Turban: Jagdeep Singh, seines Zeichens Gründer und Geschäftsführer der Firma Quantumscape. Sein Versprechen ist ein Elektromotor, der es sowohl beim Preis wie auch bei der Reichweite mit Verbrennungsmotoren aufnehmen kann. «Momentan muss man sich beim Kauf eines Elektroautos noch entscheiden, ob man tief in die Tasche greifen oder aber mit einer Akkuladung nur kurze Distanzen zurücklegen will», sagte er.

Doch seine Firma werde noch in diesem Jahrzehnt eine Batterie auf den Markt bringen, die im Vergleich zu heutigen Batterien doppelt so viel leisten, aber nur ein Drittel des aktuellen Preises kosten wird. Am Ende soll das zu einem Elektroauto führen, das zwischen 30'000 und 40'000 Dollar kostet und eine Reichweite von 200 Kilometern hat.

Wie soll das gehen? «Wir arbeiten an neuen chemischen Zusammensetzungen», sagte Jagdeep Singh. Der Beweis, dass ihre Materialien funktionieren würden, sei erbracht. «Nun müssen wir diese Materialien noch zu einer Batterie zusammenbauen.»

Das Prinzip Velopumpe

Da war zum anderen die Frau mit der Brille und den rot geschminkten Lippen: Danielle Fong, ihres Zeichens studierte Physikerin sowie Gründerin und Geschäftsführerin der Firma Lightsail Energy. Sie entwickelt einen neuartigen Druckluftspeicher. Mithilfe von Solar- oder Windstrom wird Luft stark verdichtet, die später bei Bedarf Turbinen zur Stromerzeugung antreiben kann. «Diese Speicherform funktioniert nach dem Prinzip Velopumpe», sagte Danielle Fong.

Das Problem: Beim Komprimieren der Luft entstehen enorme Temperaturen «Wenn Sie Ihr Fahrrad aufpumpen, dann merken Sie ja auch, wie die Pumpe warm wird, weil sich die Luft ausdehnen will», sagte sie. Ihre Lösung lautet: «Wir besprühen die Luft beim Komprimieren mit kaltem Wasser, um diese abzukühlen.»

Das fehlende Stück

Schliesslich war da auch noch der Mann, der aussah wie ein stromlinienförmiger Manager ohne Charisma: Alex Schoch, seines Zeichen Direktor von Tesla Energy Europa. Sein Vortrag war ebenso trocken wie emotionslos.

Doch sein Versprechen lässt aufhorchen: Die Tesla-Powerwall-Batterie soll zehn Kilowattstunden Energie speichern – was reicht, einen Computer 50 Stunden lang laufen zu lassen – und nur 3500 Dollar kosten. Laut Alex Schoch sei dies «das fehlende Stück für eine netzunabhängige Stromversorgung.»

Berner Zeitung

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