Eine Arche im Kleinformat

Ein findiger Tüftler hat nach dem Tsunami in Japan eine Rettungskugel konstruiert, die eine vierköpfige Familie vor den Fluten retten könnte. Auch in weniger ernsten Situationen findet die Kapsel Verwendung.

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300 Ellen lang, 50 Ellen breit und 30 Ellen hoch soll die Arche Noah gemäss biblischer Überlieferung gewesen sein. In heutige Masse umgerechnet entspricht dies einem 133,5 Meter langen, 22,3 Meter breiten und 13,4 Meter hohen Schiff. Fast halb so lang wie die Queen Elizabeth 2 wäre demnach Noahs Konstruktion gewesen – da überrascht es nicht, dass sich das Wort Arche aus dem lateinischen Wort «arca» für Kasten ableitet.

Einen japanischen Tüftler scheint dies jedoch wenig zu kümmern: Statt auf einen Kasten setzt er auf eine Kugel. Zudem ist seine Mini-Arche-Noah eher auf die individualisierte Welt der Moderne ausgerichtet als auf biblische Zeiten, in denen Idealisten gleich mehrere Spezies und nicht nur sich selbst vor dem Tod retten wollten: Die schwimmenden Kapseln, die der Japaner Shoji Tanaka nach der Tsunami-Katastrophe im März entwickelt hat, bieten nämlich nur Platz für eine durchschnittliche Familie der Gegenwart – sprich für vier Personen.

Auch als Spielhäuschen erhältlich

Auch in trockenen Zeiten wird die riesige Kugel, die dank ihres gelben Anstrichs einem gigantischen Tennisball gleicht, mindestens einer Anforderung der modernen Welt gerecht – jener der Spassgesellschaft: Man könne sie auch mit gutem Gewissen als Spielhäuschen für Kinder aufstellen, findet der Hersteller.

Die aus Fiberglas gefertigte Kapsel hat ein Guckloch und ist mit Atemlöchern versehen. Wie zweckdienlich diese sind, wenn die Kugel durch den Ozean treibt und von den Wellen hin und her geworfen wird, sei dahin gestellt. Tanakas Firma Cosmo Powers beteuert allerdings, die Kugel, die einen Durchmesser von 1,2 Metern hat, habe viele Crash-Tests überstanden. Viele Japaner scheinen denn auch von der Konstruktion überzeugt zu sein: Gemäss der Nachrichtenagentur AP sind bei der Firma bereits 600 Bestellungen eingegangen, zwei Kugeln sollen bereits ausgeliefert worden sein. Wie viel die Käufer dafür bezahlt haben, ist nicht bekannt.

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