Die moderne Arche für IT-Nerds

Gute Geschäftsideen gibt es viele, doch wer sie in den USA umsetzen will, braucht zuerst ein Visum. Auf einem Kreuzfahrtschiff vor der kalifornischen Küste sollen IT-Tüftler bald ein legales Zuhause bekommen.

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85'000 Arbeitsvisa stellen die US-Behörden jedes Jahr aus, Zehntausende Anträge weisen sie jedes Jahr ab. Darunter auch Tausende Anfragen von IT-Spezialisten, die sich in den USA um kurzfristige Arbeitsbewilligungen bemühen, wie die Nachrichtenplattform «New York Daily News» schreibt. Bis 2020 könnten der IT-Branche deshalb Zehntausende Spezialisten fehlen.

Ebendies wollen zwei Jungunternehmer mit einem ambitionierten Projekt verhindern. Max Marty und Dario Mutabdzija haben vor einem Jahr das Projekt Blueseed lanciert. Die Idee: Auf einem Schiff, etwa 20 Kilometer vor der Küste San Franciscos gelegen, sollen Arbeits- und Wohnplätze für Jungunternehmer geschaffen werden, die kein Visum für die USA bekommen haben. Dort sollen sie die Gelegenheit bekommen, an ihren Ideen für technische Start-ups zu tüfteln – ausserhalb des amerikanischen Hoheitsgebietes, aber nur wenige Stunden vom Silicon Valley entfernt.

1600 Dollar für eine eigene Kajüte

1000 Unternehmer wollen Marty und Mutabdzija auf ihrem Schiff beherbergen. Ihnen sollen Kajüten zum Schlafen und Arbeiten, ein Fitnesscenter, Cafés, Arztpraxen und ein Helikopter-Transportservice zur Verfügung stehen. Zweimal pro Tag verkehrt eine Fähre zum Festland. Für 1200 Dollar pro Monat ist ein Bett in einem Viererzimmer zu haben, wer 1600 Dollar hinblättert, erhält eine eigene Kajüte. 400 Unternehmer aus 68 Ländern hätten sich bereits für einen Platz beworben, schreibt der «Spiegel».

Ein Jahr dürfen die Jungunternehmer auf dem Schiff bleiben, um ihre Start-ups zu lancieren, dann müssen sie ihren Platz für die nächsten Tüftler räumen. Das sei genug Zeit, um auf amerikanischem Boden ein Netzwerk zu knüpfen und Investoren zu finden, sagen Marty und Mutabdzija. «Ein kreativer Durchlauferhitzer» sei das Projekt, so der «Spiegel».

So durchdacht die Pläne der beiden Jungunternehmer auch klingen, in trockenen Tüchern ist das Projekt noch nicht. Marty und Mutabdzija müssen nämlich erst die Finanzierung sichern: Rund 27 Millionen Dollar müssen sie zusammenbringen, um Blueseed Wirklichkeit werden zu lassen. Vor allem brauchen sie noch eines – ein Schiff. Weil es zu teuer wäre, eigens ein Boot bauen zu lassen, wollen die beiden laut dem «Spiegel» ein Kreuzfahrtschiff leasen. «Ein bisschen grössenwahnsinnige Ideen sind im Valley eben Teil der Kultur», so Mutabdzija.

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