Der Schutzmantel für die Reaktoren

Seit drei Monaten tritt aus dem havarierten AKW in Fukushima radioaktive Strahlung aus. Nun plant Tepco, eine Schutzhülle über die Reaktoren zu stülpen. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen.

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Um den Austritt der Strahlung aus dem havarierten AKW Fukushima I zu verhindern, hat Betreiber Tepco damit begonnen, Schutzhüllen für die stark beschädigten Reaktoren zu erstellen. Geplant ist eine gigantische Stahlstruktur von 54 Metern Höhe, 42 Metern Länge und 47 Metern Breite, wie die Tageszeitung «Mainichi Shimbun» berichtet. Darauf wird ein Schutzmantel aus einem mit Harz beschichteten Kunststoff befestigt. Diese Dach- und Wandpaneele sollen den Reaktor luftdicht umschliessen und somit die Strahlung isolieren. Gleichzeitig wird mit dem Gehäuse verhindert, dass Regenwasser in die offenen Reaktoren eintritt. Es werde derzeit geprüft, ob die Schutzhülle auch genügend wind- und erdbebenfest sei.

Um die Bauarbeiter vor Verstrahlung zu schützen, werden die Einzelteile für das Gehäuse in der rund 50 Kilometer entfernten Stadt Iwaki gesammelt und zusammengesetzt. Wie «TBS News» berichtet, hätten die Arbeiten für die Errichtung der Stahlstruktur am 13. Juni begonnen.

Anschliessend wird die Struktur mit einer Fähre zum havarierten AKW verschifft, wo mithilfe eines 140 Meter hohen Riesenkrans das Stahlgehäuse zügig in Position gebracht wird. Gemäss der Zeitung «Asahi Shimbun» sollen die Arbeiten für die Schutzhüllen des Reaktors I, dessen Dach durch die Wasserstoffexplosion weggesprengt wurde, bis Ende September fertig sein. Der Schutzmantel ist eine temporäre Notmassnahme, wie Tepco betont. Man suche noch nach einer langfristigen Lösung. So ist beispielsweise der Sarkophag in Tschernobyl aus Stahl und Beton.

Dekontaminierung des verstrahlten Wassers

Inzwischen stehen die Reparaturtrupps in der Atomruine Fukushima vor einem weiteren wichtigen Etappenschritt zur Bewältigung der Katastrophe. Eine Anlage zur Dekontaminierung der Brühe soll möglichst am Freitag in Betrieb genommen werden, teilte der Betreiberkonzern Tepco weiter mit. Mit der neuen Anlage sollen die grossen Mengen hochgradig verseuchten Wassers gereinigt werden, die in der stark zerstörten Atomanlage zur Kühlung der Reaktoren schwappen.

Bei einem Testdurchlauf mit schwach verseuchtem Wasser sei erfolgreich der Cäsium-Gehalt auf das gewünschte Niveau reduziert worden, gab die japanische Atomaufsicht bekannt. Ursprünglich hatte Tepco das System schon früher einsetzen wollen. Es seien jedoch unter anderem Wasserlecks aufgetreten, die abgedichtet werden mussten.

jak

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