Tausende Pinguin-Küken verhungern in der Antarktis

Eine dicke Eisschicht hat auf dem Heimatkontinent der Pinguine zu einem Brut-Drama geführt. Der Weg zur Nahrung ist zu weit für die Tiere.

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In der Antarktis sind tausende Pinguin-Küken verhungert. Wie Wissenschaftler am Freitag erklärten, mussten die Eltern der Jungtiere wegen einer ungewöhnlich dicken Eisschicht zur Nahrungssuche weitere Wege zurücklegen. Die Küken starben, während sie warteten.

Aus der Kolonie mit rund 18'000 Adelie-Pinguinenpaaren hätten nur zwei Küken die Brutsaison von Anfang 2017 überlebt. Eine Ursache für das «katastrophale Brutversagen» sehen die französischen Wissenschaftler in veränderten Umweltbedingungen in der Region seit dem Abbruch eines riesigen Gletschers Mitte Februar 2010.

Bisher vom Klimawandel verschont

Durch das Abbrechen des Mertz-Gletschers im Jahr 2010 habe sich der Meeresabschnitt vor der Pinguin-Kolonie verändert, sagte ein Pinguinforscher von der Dumont-D'Urville-Forschungsstation in der Antarktis. Ähnliche Brut-Dramen könnten sich künftig häufiger ereignen. Aber auch Temperaturschwankungen und Windstärken und Windrichtungen seien Einflussfaktoren. Die Wissenschaftler wurden bei ihren Untersuchungen von der Umweltorganisation WWF unterstützt.

Der Name des Mertz-Gletschers geht auf den Schweizer Polarforscher Xavier Mertz zurück, der das Gebiet 1912 zusammen mit einem Australier und einem Briten mit einem Hundeschlitten erforschte. Bild: Jacques.verron

Adelie-Pinguine ernähren sich hauptsächlich von Antarktischem Krill, einer garnelenartigen Krebstierart. Ihr Lebensraum in der östlichen Antarktis war bislang weitestgehend gesichert. Doch sie sind durch den Klimawandel und steigende Meerestemperaturen immer mehr bedroht. Vor vier Jahren überlebte aus derselben Kolonie, die damals aus mehr als 20'000 Pinguinpaaren bestand, kein einziges Küken die Brutsaison.

Der Mertz-Gletscher liegt im ostantarktischen Viktorialand am Südlichen Ozean. Karte: Google (oli/sda)

Erstellt: 13.10.2017, 13:16 Uhr

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