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Regenfälle sorgen für Blutsauger-Alarm

Mehrere Regionen der Schweiz werden derzeit von Stechmücken heimgesucht. Per Helikopter versprühtes Insektizid soll Abhilfe schaffen.

Stechmücken plagen derzeit die Einheimischen und Touristen in Chessel im Kanton Waadt, in der Magadinoebene im Tessin und in den Thurauen bei Ellikon im Kanton Zürch – selbst Anti-Brumm nützt nichts mehr.
Stechmücken plagen derzeit die Einheimischen und Touristen in Chessel im Kanton Waadt, in der Magadinoebene im Tessin und in den Thurauen bei Ellikon im Kanton Zürch – selbst Anti-Brumm nützt nichts mehr.
AP Photo/Great Falls Tribune, Keystone
Schuld ist das nasse Wetter: Sobald im Boden abgelegte Mückeneier überflutet werden, schlüpfen Larven aus und entwickeln sich innerhalb weniger Wochen zu Stechmücken.
Schuld ist das nasse Wetter: Sobald im Boden abgelegte Mückeneier überflutet werden, schlüpfen Larven aus und entwickeln sich innerhalb weniger Wochen zu Stechmücken.
Colourbox.de
Aufatmen können die Betroffenen erst Ende Juli, dann verschwinden die Blutsauger von der Bildfläche.
Aufatmen können die Betroffenen erst Ende Juli, dann verschwinden die Blutsauger von der Bildfläche.
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Das nasse Wetter beschert der Schweiz derzeit eine der schlimmsten Mückenplagen der letzten dreissig Jahre. In manchen Orten kann man am Abend nicht mehr draussen sitzen; ein erstes Ausflugsrestaurant verzeichnet bereits Umsatzeinbussen, schreibt die «NZZ am Sonntag».

Schuld sei der Klimawandel, sagt Peter Lüthy, Mikrobiologe an der ETH Zürich. Die starken Regenfälle seien eine Folge davon. «Wir können nicht mehr auf die Bremse stehen beim Klima. Die Stechmücken zeigen dies exemplarisch.»

Sobald im Boden abgelegte Mückeneier überflutet werden, schlüpfen daraus Larven. «Das können Tausende pro Quadratmeter sein», sagt Lüthy. In einem Liter Wasser finde man 100 bis 1000 Larven aus denen sich nach zwei bis drei Wochen Stechmücken entwickeln.

30 Prozent weniger Einnahmen

Der auf die Bekämpfung der Mücken spezialisierte Professor ist derzeit regelmässig im Einsatz. Er und sein Team versprühen mittels Helikopter ein bakterielles Insektizid über den betroffenen Regionen. Mehrere Orte bemühen sich darum, eine Erlaubnis dafür zu erhalten. Dieses Jahr ist es für eine Bekämpfung allerdings schon zu spät.

In Chessel im Kanton Waadt, in der Magadinoebene im Tessin und in den Thurauen bei Ellikon im Kanton Zürch plagen die Insekten derzeit Anwohner und Touristen – selbst Anti-Brumm nütze nichts mehr, so Lüthy zur «NZZ am Sonntag». Das könne bei Campingplätzen zu Einbussen führen.

Vor dreissig Jahren begann man deshalb die Larven zu vernichten. «Ohne den Einsatz des Bazillus Vectobac-G wären die Campingplätze teilweise leer.» Ein erstes Ausflugsrestaurant und der Fährbetrieb auf dem Rhein klagen bereits über 30 Prozent weniger Einnahmen. Aufatmen können die Betroffenen erst Ende Juli, dann verschwinden die Blutsauger von der Bildfläche.

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