Neue Muschelart in der Schweiz entdeckt

Forscher haben in der Schweiz eine neue Muschelart entdeckt. Das Naturhistorische Museum Bern will nun klären, wie weit verbreitet diese in der Schweiz ist.

Die Süsswassermuschel Anodonta Exulcerata wurde in Tessiner Seen entdeckt.

Die Süsswassermuschel Anodonta Exulcerata wurde in Tessiner Seen entdeckt. Bild: Naturhistorisches Museum/zvg

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Ein internationales Team um die Muschelexpertin Elsa Froufe hat eine neue Muschelart entdeckt. Die Grossmuschel namens Anodonta exulcerata kommt auch in der Schweiz vor - blieb aber bisher verborgen.

Die Muschel wurde schon vor 180 Jahren beschrieben, wie das Naturhistorische Museum Bern am Montag mitteilte. Allerdings wurde Anodonta exulcerata erst als eigene Art identifiziert, als der Gentest als neue Untersuchungsmethode zur Verfügung stand.

Was niemand wusste: Die Muschel versteckt sich auch in Schweizer Gewässern und ist einheimisch. So hatte Froufe mit ihrem Team für ihre Forschungen über südalpine und kroatische Seen auch im Tessin Proben entnommen. In ihrer Studie, die im vergangenen Jahr in der Fachzeitschrift «Biodiversity and Conservation» erschien, erwähnte die Forschungsgruppe die Schweiz als Herkunftsland aber nicht.

Bislang sieben heimische Muschelarten bekannt

Dank dem «wachsamen Auge der Wissenschaftler des Naturhistorischen Museums Bern» ist nun bekannt, dass die neue Muschelart auch in der Schweiz vorkommt, wie das Museum weiter schreibt. Sie sieht ähnlich aus wie zwei untereinander nah verwandte einheimische Muschelarten, die Schwanenmuschel (Anodonta cygnea) und die Entenmuschel (Anodonta anatina).

Bisher waren in der Schweiz sieben heimische Arten von Süsswassermuscheln bekannt. Die Kleinzahn-Flussmuschel (Microcondylaea compressa) ist bereits seit längerem ausgestorben. Die anderen sechs bekannten Arten sind ebenfalls gefährdet oder stehen kurz vor dem Aussterben.

Forschende des Naturhistorischen Museums Bern wollen nun klären, wie verbreitet Anodonta exulcerata in der Schweiz ist. Sie vermuten nämlich, dass die Tiere in einem wesentlich grösseren Gebiet leben könnten als nur in den südlichen Gewässern der Schweiz. (tag/sda)

Erstellt: 08.01.2018, 16:41 Uhr

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