Nasa entdeckt «älteren, grösseren Cousin» der Erde

Einen Schritt näher an der «Erde 2.0»: Wissenschaftler der US-Raumfahrtbehörde haben den bisher erdähnlichsten Planeten aufgespürt.

Kepler-452b: Der neue Planet ist um rund 60 Prozent grösser als die Erde. (Video: Reuters)
Martin Läubli@tagesanzeiger

Noch vor zwei Jahren war die Mission des Weltraumteleskops Kepler gefährdet wegen technischen Problemen. Diese wurden überwunden, und heute konnte die US-Weltraumbehörde Nasa auf der Suche nach einer «zweiten Erde» einen weiteren Erfolg von Kepler melden: Den kleinsten erdähnlichen Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems, der sich innerhalb einer «bewohnbaren Zone» um einen Stern bewegt, der mit unserer Sonne vergleichbar ist.

«Bewohnbare Zone» bezeichnet das Gebiet um einen Stern, wo es möglich ist, dass es auf der Oberfläche der Planeten, die den Stern umrunden, flüssiges Wasser geben kann. «Diese Entdeckung bringt uns einen Schritt näher, um die Erde 2.0 zu finden», sagte John Grunsfeld von der Nasa. Die Wissenschaftler nennen den neuen Exoplaneten Kepler-452b. Die Zahl der Exoplaneten hat sich damit auf 1030 erhöht. Kepler hat zudem noch 11 weitere neue Exoplaneten entdeckt, die Kandidaten sind, sich ebenfalls in einer «bewohnbaren Zone» zu befinden.

Für Nasa-Forscher Jon Jenkins ist Kepler-452b der «ältere, grössere Cousin» der Erde. Der Durchmesser ist zwar 60 Prozent grösser als von unserem Planeten, doch die Umlaufzeit um seinen Stern Kepler 452 ist mit 385 Tagen nur 5 Prozent länger. Der Stern ist etwa sechs Milliarden Jahre alt, also 1,5 Milliarden älter als unsere Sonne, hat aber die gleiche Temperatur, ist 20 Prozent heller und im Durchmesser 10 Prozent grösser, wie es in der Mitteilung der Nasa heisst. Es sei beeindruckend, sich vorzustellen, dass der neue Exoplanet sechs Milliarden Jahre in einer «bewohnbaren Zone» seines Sterns verbrachte, sagt Jon Jenkins.

In dieser Zeit sei die Entstehung von Leben möglich, falls alle nötigen Bedingungen auf Kepler 452-b vorherrschten. Das Kepler-452-System ist 1400 Lichtjahre von unserem Planeten entfernt. Das Paper zur Entdeckung wurde von der Fachzeitschrift «The Astronomical Journal» akzeptiert.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt