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Lausanner Forscher kommen Öl im Golf von Mexiko auf die Schliche

Forscher haben die Zusammensetzung des am Leck der Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko ausgelaufenen Öls entschlüsselt. Die Ergebnisse helfen, die Folgen solcher Katastrophen abzuschätzen.

Nun weiss man mehr über die Zusammensetzung von Öl: Von der Ölplattform Deepwater Horizon ausgelaufenes Öl im Golf von Mexiko.
Nun weiss man mehr über die Zusammensetzung von Öl: Von der Ölplattform Deepwater Horizon ausgelaufenes Öl im Golf von Mexiko.
Reuters

Das Forschungsteam mit Beteiligung der ETH Lausanne unter der Leitung des Woods Hole Oceanographic Institute (USA) benutzte einen ferngesteuerten Roboter, um in einer Meerestiefe von rund 1500 Metern Ölproben zu nehmen, wie die ETH Lausanne mitteilte. Es bestimmte, wie genau sich das Öl-Gas-Gemisch am Leck der Ölplattform zusammensetzte, die im Frühling 2010 explodierte.

Zudem nahmen die Meeresforscher im Umkreis von 30 Kilometern um die Unglücksstelle mehr als 200 weitere Proben in verschiedenen Meerestiefen und bestimmten auch deren Zusammensetzung. Aus diesen Messungen konnten die Wissenschaftler berechnen, wie sich die einzelnen Bestandteile verbreiten und auflösen.

Riesige Ölfahnen

Für die im Fachmagazin «PNAS» erschienene Studie übernahm Samuel Arey von der ETH Lausanne die Modellierung der verschiedenen so genannten Kohlenwasserstoffe, aus welchen Erdöl hauptsächlich besteht. So konnten die Forscher erstmals zeigen, wie sich leichte, wasserlösliche Substanzen wie Methan, Benzol oder Naphtalin ausbreiteten.

Sie beobachteten zum Beispiel, dass sich etwa 1000 Meter unter der Meeresoberfläche eine riesige Ölfahne mit der Strömung horizontal vom Leck weg in Richtung Südwesten bewegt. In einer solchen Tiefe können die leichten, volatilen Kohlenwasserstoffe - im Unterschied zu einer Ölkatastrophe an der Wasseroberfläche - nicht in die Atmosphäre verdunsten.

Noch weit entfernt Schaden

Statt dessen wandeln sie sich in andere Substanzen um. Das entstehende, komplexe Gemisch kann je nach Eigenschaften im Meer aufsteigen, sinken oder als Lösung im Wasser bleiben. So könne das Ölgemisch wohl noch weit entfernt von Leck die Lebewesen auf dem Meeresgrund schädigen, heisst es in der Mitteilung.

Laut den Wissenschaftlern hat die Studie weit reichende Konsequenzen für die Beurteilung der Auswirkungen allfälliger Öllecks tief im Meer. Die neue Methode erlaubt bessere Voraussagen, wie sich solche Verschmutzungen ausbreiten und was die Konsequenzen für das Leben in der Tiefsee sind.

SDA/wid

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