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Hitzewellen, Trockenperioden und Schneemangel

Die Schweiz im Jahr 2060: Ein Bericht von Meteo Schweiz sagt eine drastische Klimaveränderung voraus. Besonders hart würde es die Skigebiete treffen.

Weniger Niederschlag in der ganzen Schweiz: Ausgetrockneter Sihlsee im Euthal (SZ). (Archivbild)
Weniger Niederschlag in der ganzen Schweiz: Ausgetrockneter Sihlsee im Euthal (SZ). (Archivbild)
Keystone

In der Schweiz werden Sommertage zahlreicher und Vegetationsperioden länger. Der Klimawandel wird auch zu mehr Wetterextremen führen: Die Klimatologen erwarten häufigere Hitzewellen und längere Trockenperioden, wie ein heute veröffentlichter Bericht von Meteo Schweiz zeigt.

Dass der Klimawandel auch die Schweiz betreffen wird, ist bekannt. Nun zeigt eine neue Studie, wie sich das Klima in den Grossregionen und für verschiedene Höhenlagen der Schweiz im Jahr 2060 von demjenigen heute und dem der Vergangenheit unterscheiden dürfte.

Die regionalen Klimamodelle zeigen je nach Emissionsszenario eine Temperaturzunahme von 0,5 bis 3,6 Grad Celsius bis 2060. Der Bericht deutet eine stärkere Erwärmung im Alpenraum an.

Weitere Berechnungen zeigen, dass im Sommer in der ganzen Schweiz mit einer Niederschlagsabnahme zu rechnen ist. Die Reduktion der Sommerniederschläge beträgt im Mittel etwa 20 Prozent in der Westschweiz und 5 bis 10 Prozent in den östlichen Landesteilen.

Mehr Sommer...

Auch die Anzahl Sommertage wird zunehmen. Im Mittelland ist zu erwarten, dass sich die durchschnittliche Zahl von Sommertagen bis 2060 in etwa auf 40 bis 80 verdoppelt. Im Tessin, im Rhonetal und am Genfersee sind mehr als 100 Sommertage wahrscheinlich.

Zum Vergleich: Heute sind im Mittelland zwischen 20 und 40 Sommertage üblich. Im Tessin sind es in den tiefsten Regionen der Täler etwa 80 Sommertage. Im Bereich oberhalb von 1500 Metern über Meer werden heute kaum Sommertage registriert. Auch diese Grenze wird bis 2060 deutlich höher liegen.

...weniger Frost

Zugleich nimmt die Zahl der Frosttage im westlichen Mittelland und im Tessin bis 2060 auf weniger als 50 Tage in einem Jahr ab. Das entspricht etwa einer Abnahme von 30 Tagen gegenüber heute. Die grösste absolute Abnahme an Frosttagen mit zum Teil über 50 Tagen dürfte in den Hochgebirgsregionen stattfinden.

Düster sind auch die Aussichten für den Wintertourismus. Laut den Klimatologen ist in den nächsten fünfzig Jahren mit 30 Neuschneetagen weniger zu rechnen. Im Mittelland wird die Zahl der Tage mit Neuschnee auf deutlich unter 10 Tage, in den Tieflagen des Tessins sogar auf unter einen Tag zurückgehen.

Extremereignisse nehmen zu

Gemäss den Modellen werden bis ins Jahr 2060 zudem Hitzewellen «mit hoher bis sehr hoher Wahrscheinlichkeit stark zunehmen». Gleichzeitig werden Kältewellen seltener. Starkniederschläge und Trockenperioden werden eher öfter auftreten, während starke Schneefälle in tieferen Lagen weniger oft vorkommen werden.

Der Fachbericht «Klimaszenarien Schweiz – eine regionale Übersicht» des Bundesamts für Meteorologie und Klimatologie (Meteo Schweiz) wurde im Auftrag des Bundesamts für Umwelt (Bafu) erstellt. Die Auswertungen basieren auf den Schweizer Klimaszenarien CH2011.

Sie sollen die Basis sein, um gezielte Anpassungsmassnahmen auf politischer Ebene zu ergreifen, wie Stephan Bader von Meteo Schweiz auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. Anpassungen an die Klimaänderung würden in Zukunft immer wichtiger.

Deshalb präsentiert der Bericht auch Aussagen für fünf Regionen der Schweiz, nämlich Jura, Mittelland, Voralpen, Alpen und Alpensüdseite. Zusätzlich werden die grossen Agglomerationen gesondert behandelt. Laut Bader können so politische Schlüsse auf regionaler Ebene gezogen werden.

SDA/mrs

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