Video zeigt, wie der Tsunami einen Eisberg schuf

Die Riesenwellen vor Japans Küste rasten am 11. März mehr als 13'000 Kilometer durch den Pazifik – und trafen ein Eisfeld. Dadurch entstanden gigantische Eisberge. Ein Video zeigt den eindrücklichen Moment.

Naturschauspiel: Satellitenaufnahmen zeigen, wie ein riesiger Eisberg neu entstand (unten rechts).

Der Tsunami, der im März die Nordostküste Japans verwüstete, hat damals von einer Eisplatte in der Antarktis mehrere riesige Eisberge abbrechen lassen. Auf Satellitenaufnahmen vom Tag nach dem Tsunami seien Eisberge entdeckt worden, die von dem Sulzberger-Eisschelf abgebrochen waren und in das Rossmeer trieben, teilt die Europäische Weltraumbehörde (ESA) mit.

Der grösste Eisberg war demnach mit einer Tiefe von wahrscheinlich rund 80 Metern und einer Fläche von 9,5 mal 6,5 Kilometer etwas grösser als Manhattan. Zwar war die Flutwelle, die am 11. März von einem Erdbeben der Stärke 9,0 vor der japanischen Küste ausgelöst worden war, demnach vermutlich nur 30 Zentimeter hoch, als sie die 13'000 Kilometer entfernte Küste der Antarktis erreichte.

Eisschelf brach

Offenbar reichte die Wellenbewegung jedoch aus, das Eisschelf zum Brechen zu bringen. Eisschelfe sind die Ausläufer von Festlandgletschern ins Meer. Als der Tsunami die japanische Küste erreichte, hatte er nach japanischen Schätzungen eine Maximalhöhe von mindestens 23 Metern.

Geleitet wurde das Forscherteam, das die Entdeckung machte, von der Eis-Spezialistin Kelly Brunt von der US-Weltraumbehörde Nasa. Ihre Studie erschien in der Online-Fachzeitschrift «Journal of Glaciology».

bru/sda/AFP

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt