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2013 ist ein Zecken-Rekordjahr

Noch nie steckten sich in der Schweiz so viele Menschen mit dem Zeckenvirus FSME an wie dieses Jahr. Laut Experten gilt das Risiko für das ganze Land, nicht nur für einzelne Regionen.

Die Zecke fühlt sich wohl in der Schweiz: Ein Modell des Parasiten in einer Ausstellung. (Archivfoto)
Die Zecke fühlt sich wohl in der Schweiz: Ein Modell des Parasiten in einer Ausstellung. (Archivfoto)
Keystone

Das laufende Jahr war gemäss dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) ein Zecken-Rekordjahr. Heuer wurden bisher 172 Fälle von schwerer FSME-Erkrankung registriert, mehr als im gesamten Rekordjahr 2011 mit 167. «Seit dem Jahr 2000 ist die Anzahl der gemeldeten Erkrankungen am Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus (FSME) im Vergleich mit den Vorjahren eher hoch», schreibt das BAG.

Laut Zeckenexperte Norbert Satz begünstigte der lange, aber kalte Winter das Überleben der Zecken. Die Zunahme liege auch am langen warmen Sommer, in dem es viele Leute in die Natur zog, sagt er gegenüber der «SonntagsZeitung».

«Ganze Schweiz durchseucht»

Die gefürchtete Viruserkrankung, die bei 50 Prozent der Betroffenen eine Hirnhautentzündung auslöst, ist klar zu unterscheiden von der Borreliose. Letztere ist eine bakterielle Erkrankung, die mit langer Antibiotikabehandlung geheilt werden kann.

Für FSME gibt es keine Behandlung – nur Symptombekämpfung. Zur Vorbeugung können sich über 6-Jährige impfen lassen – die Krankenkassen zahlen. Der beste Start für die Mehrfachimpfung ist im Winter.

Zeckenarzt Satz hält gegenüber der «SonntagsZeitung» allerdings die Impfempfehlungen des BAG für überholt: «Früher gab es gewisse FSME-Hochrisikogebiete. Doch heute ist die ganze Schweiz durchseucht.» Jeweils ein Drittel der Patienten erwerbe die Krankheit ausserhalb der klassischen Risikozonen.

Laut Satz sollte die BAG-Karte mit FSME-Impfempfehlungen deshalb die ganze Schweiz abdecken, nicht nur einige Regionen. Diese Forderung unterstützt auch Zeckenforscher Martin Sievers von der Zürcher Hochschule ZHAW.

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