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Bis zu 80 Prozent der Zika-Fälle sind symptomlos

Bereits 16 bestätigte Zika-Infektionen wurden in der Schweiz registriert. In den meisten Fällen bemerken das die Betroffenen aber gar nicht.

Das Zika-Virus ist besonders für Schwangere gefährlich: Eine Ärztin untersucht ein mit Mikroenzephalie geborenes Baby in einem Krankenhaus in der brasilianischen Stadt Campina Grande. (12. Februar 2016)
Das Zika-Virus ist besonders für Schwangere gefährlich: Eine Ärztin untersucht ein mit Mikroenzephalie geborenes Baby in einem Krankenhaus in der brasilianischen Stadt Campina Grande. (12. Februar 2016)
Felipe Dana/AP, Keystone
Gefährlicher Stich: Eine Tigermücke auf menschlicher Haut, aufgenommen in einem Forschungszentrum im kolumbianischen Cali. (25. Januar 2016)
Gefährlicher Stich: Eine Tigermücke auf menschlicher Haut, aufgenommen in einem Forschungszentrum im kolumbianischen Cali. (25. Januar 2016)
Luis Robayo, AFP
Kleine Stiche, grosse Wirkung: Die Gelbfiebermücke verursacht eine rasante Ausbreitung des Zika-Virus.
Kleine Stiche, grosse Wirkung: Die Gelbfiebermücke verursacht eine rasante Ausbreitung des Zika-Virus.
Keystone
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In den Wintermonaten breitete sich das von der Tigermücke übertragene Zika-Virus stark aus – betroffen war hauptsächlich Südamerika. Am 1. Februar rief die Weltgesundheitsorganisation WHO den Gesundheitsnotstand aus. Mit dem warmen Wetter werden Mücken nun auch in der Schweiz aktiv.

«Es ist durchaus möglich, dass es zu Zika-Übertragungen in der Schweiz kommen könnte», sagt Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit zu SRF. Er beruhigt jedoch: «Das Risiko schätzen wir allerdings nach wie vor, auch wenn die Mückensaison jetzt beginnen wird, als äusserst klein ein.»

Alles Reiserückkehrer

«Wir haben aktuell 16 Labor-bestätigte Zika-Fälle», sagt Mathys. Weil nur wenige der Infizierten Symptome aufweisen und zum Arzt gehen, dürfte die Zahl der Betroffenen wesentlich höher sein.

Bei sämtlichen 16 Personen handelte es sich um Reiserückkehrer. «Es ist in Europa noch an keinem Ort zu einer bestätigten Übertragung durch eine Mücke gekommen», sagt Mathys. In sieben Fällen ist bekannt, wo sich die infizierten Personen zuletzt aufhielten. Je zwei reisten aus Brasilien und Kolumbien in die Schweiz, je eine Person aus Bolivien, Guadeloupe und Ecuador.

Seit 2003 im Tessin heimisch

In 60 bis 80 Prozent der Fälle verläuft eine Infektion mit dem Zika-Virus symptomlos und für die Infizierten unbemerkt. In den übrigen 20 bis 40 Prozent der Fälle können mittelschwere Symptome wie leichtes Fieber, Hautausschlag mit roten Punkten, Kopfschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen auftreten.

Die Tigermücke, welche das Zika-Virus überträgt, ist seit 2003 im Tessin heimisch, heisst es auf der Seite des Bundesamts für Umwelt. Sie wird überwacht und bekämpft. Sie überträgt auch das Dengue- und das Chikungunyafieber.

Gemäss den neusten BAG-Zahlen wurden in der Schweiz dieses Jahr bisher 101 Fälle von Denguefieber festgestellt. Das sind bedeutend mehr als in den Jahren zuvor, als 45 (2015) und 37 Fälle (2014) verzeichnet wurden. Chikungunyafieber wurde dieses Jahr bisher bei 12 Personen festgestellt. 2015 waren es gesamthaft 20 Personen gewesen.

1271 Fälle in Brasilien

Das Virus kann Mikrozephalie bei Babys verursachen, also einen abnormal kleinen Kopf und damit einhergehende schwere Hirnschäden. Brasilien hat seit dem Ausbruch der Zika-Epidemie im Oktober vergangenen Jahres 1271 Fälle von Mikrozephalie bei Babys registriert. Wie das Gesundheitsministerium diese Woche ausserdem mitteilte, starben mindestens 57 Babys an dem schweren Defekt.

(SDA)

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