Umweltgifte bedrohen 95 Millionen Menschen

Ein Bericht von Green Cross Schweiz und Pure Earth liefert erschreckende Zahlen. Demnach ist die Anzahl kontaminierter Orte weit höher als bisher angenommen.

Gefährliches Umfeld: Ein chinesischer Bauer geht mit seiner Ernte einen Bach entlang, der mit Verpackungen und sonstigem Abfall überfüllt ist.

Gefährliches Umfeld: Ein chinesischer Bauer geht mit seiner Ernte einen Bach entlang, der mit Verpackungen und sonstigem Abfall überfüllt ist. Bild: EPA/Alex Hofford/Keystone

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Die sechs weltweit gefährlichsten Umweltgifte bedrohen rund um den Globus fast 100 Millionen Menschen. Betroffen sind insbesondere die ärmeren Bevölkerungsschichten, wie aus dem Umweltgiftreport 2015 hervorgeht.

Im Bericht, der am Mittwoch von den Umweltorganisationen Green Cross Schweiz und der in New York ansässigen Pure Earth (vormals Blacksmith Institute) vorgestellt wurde, zählen neben Blei, Quecksilber und Chrom auch Radionuklide, Pestizide und neu Cadmium zu den schädlichsten Umweltgiften überhaupt.

Mindestens 3200 kontaminierte Orte

Die Anzahl kontaminierter Orte und der durch die Gifte verursachten Krankheitsbelastungen sei ungleich höher als bisher angenommen, hält der Bericht fest. So seien seit 2008 mehr als 3200 solcher Orte in 49 Ländern identifiziert worden. Dort seien insgesamt 95 Millionen Menschen bedroht.

Die Dunkelziffer dürfte indes weit höher ausfallen. «Wir gehen davon aus, dass diese 3200 Orte lediglich einen Bruchteil der tatsächlichen Gesamtzahl darstellen», sagt Richard Fuller, Gründer von Pure Earth.

Verlorene Lebensjahre

Die Umweltgifte sind laut dem Bericht für mindestens 14 Millionen sogenannter «Disability Adjusted Life Years» (DALY) verantwortlich. Mit den DALY werden die infolge frühzeitigen Todes verlorenen Lebensjahre und die krankheitsbedingten Beeinträchtigungen der Lebensqualität erfasst, die auf die toxischen Substanzen in den untersuchten Ländern zurückzuführen sind.

Da die sechs Gifte insbesondere in Industrie, Bergbau und Agrarwirtschaft eine grosse Rolle spielten, seien gerade ärmere Bevölkerungsschichten den toxischen Stoffen im Verhältnis stark ausgesetzt. Die Betroffenen hätten mit einer Vielzahl negativer gesundheitlicher Folgen zu kämpfen. Letztere reichen von diversen akuten und chronischen Erkrankungen bis zu neurologischen Schäden und verschiedenen Krebsarten. (ij/sda)

Erstellt: 21.10.2015, 09:30 Uhr

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