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Studie: Kleine Geschwister von Autisten oftmals auch behindert

Jüngere Geschwister von Autisten sind einem weitaus höheren Risiko ausgesetzt, ebenfalls mit der Behinderung zur Welt zu kommen, als bislang angenommen. Dies besagt eine Studie aus den USA.

19 Prozent der jüngeren Geschwister von Autisten haben dieselben Behinderung: Ein fünfjähriges, autistisches Mädchen in einem Kindergarten in Prag.
19 Prozent der jüngeren Geschwister von Autisten haben dieselben Behinderung: Ein fünfjähriges, autistisches Mädchen in einem Kindergarten in Prag.
Keystone

Die Wahrscheinlichkeit, das jüngere Geschwister von Autisten behindert zur Welt kommen, liege bei rund 19 Prozent, hiess es in einer im US-Fachmagazin «Pediatrics» veröffentlichten Untersuchung.

In früheren Studien waren die Wissenschaftler von Wahrscheinlichkeiten zwischen drei und zehn Prozent ausgegangen. In Familien mit mehreren autistischen Kindern ist das Risiko laut der neuen Untersuchung noch grösser. Kinder mit mehr als einem älteren autistischen Geschwisterkind kommen mit einer Wahrscheinlichkeit von 32 Prozent mit der Behinderung zur Welt.

Stark geschlechtsabhängig

«Eltern fragen oft, wie gross das Risiko ist, ein weiteres autistisches Kind zu bekommen und bis jetzt waren wir uns nicht wirklich sicher», sagte Sally Ozonoff von der Universität von Kalifornien in Davis. Mit ihren Kollegen beobachtete die Wissenschaftlerin 664 Kinder in den USA und Kanada, mit mindestens einem älteren Geschwisterkind mit Autismus.

Im Alter von drei Jahren diagnostizierten sie die Behinderung bei 132 Kindern oder fast 19 Prozent den Gruppe. Wie erwartet hing das Risiko stark vom Geschlecht ab. Über 26 Prozent der Jungen kamen mit Autismus zur Welt, bei den Mädchen waren es neun Prozent.

Genau beobachtet

Weil leichtere Formen des Autismus' wie beispielsweise das Asperger-Sydrom oft erst später im Leben festgestellt werden, könne die Wahrscheinlichkeit auch noch höher liegen, schrieben die Wissenschaftler in ihrer Untersuchung.

«Die Studie zeigt, dass jüngere Geschwister von Kindern mit Störungen im Autismusspektrum sehr genau beobachtet werden müssen und dass dies möglicherweise mehr als die übliche Überwachung durch die Kinderärzte erfordert», sagte Ozonoff.

dapd/wid

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