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Sorgen wegen Nanopartikeln in Hautcrèmes

Britische Konsumentenschützer kritisieren, dass Kosmetikhersteller Zusatzstoffe aus der Nanotechnologie ohne Bedenken einsetzen.

Laut einem Bericht der Organisation «Which?» mit dem Titel «Kleine Wunder? Nanotechnologie und Kosmetik», der gestern publiziert wurde, unternehmen zahlreiche Hersteller zu wenig, um sicherzustellen, dass Produkte mit Nanopartikeln keine gesundheitlichen Gefahren bergen. Die Teilchen werden demnach eingesetzt, ohne die Folgen ausreichend zu überprüfen – zum Beispiel in Sonnencrèmes, um ultraviolettes Licht abzublocken, oder in Feuchtigkeitscrèmes, um Bakterien abzutöten.

Keine Auskunft von der Mehrheit der Firmen

Wie der britische Sender BBC und die Zeitung «Guardian» berichten, hatte «Which?» insgesamt 67 Firmen angeschrieben und um Auskunft zum Einsatz von Nanopartikeln und allfälligen Schutzmassnahmen gebeten. Das Resultat: Nur acht Hersteller erteilten überhaupt Auskunft, darunter bekannte Namen wie der Body Shop, Nivea, Unilever und L'Oreal.

Die meisten dieser Firmen setzten solche Partikel bereits als UV-Filter für ihre Sonnencrèmes ein. Andere Fabrikanten verkauften laut dem BBC-Bericht im Internet bereits Antifalten-Produkte mit so genannten Fullerenen, die nach Einschätzung von Fachleuten im Nanomasstab giftig wirken könnten, wenn sie die Haut durchdringen.

Warnung vor gesundheitlichen Risiken

Bereits seit Jahren sorgen Experten sich wegen des Einsatzes von Erfindungen der boomenden Nanobranche: Ihre Produkte sind im atomarem Massstab manipuliert und damit so winzig, dass ihre Wirkung auf den menschlichen Körper schwer abzuschätzen ist. Schon 2004 hatte der britische Wissenschaftsverband Royal Society in einem Bericht unabhängige Prüfungen verlangt und die Firmen aufgefordert, ihre Sicherheitsmassnahmen offen zu legen – ebenso erfolglos wie nun die Konsumentenschützer mit ihrem Bericht.

Im Visier haben Verbraucherschützer allerdings nicht nur die Kosmetikhersteller, sondern auch andere Branchen. Im vergangenen Mai hatten Wissenschaftler am Institute of Occupational Medicine in Edinburgh die Regierung aufgefordert, den Einsatz von winzigen Röhrchen aus Kohlenstoff – so genannten Nanotubes – einzuschränken. Ihre Begründung: Diese Partikel können sich unter anderem in der Lunge festsetzen und das Krebsrisiko erhöhen – wie das berüchtigte Asbest.

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