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So ist der Alltag auf einer Coronavirus-Quarantänestation

Wer aus Wuhan evakuiert wurde, muss für 14 Tage in die Quarantäne. Ein Brite zeigt in Videos, wie das Leben dort ist.

ap
Gibt in seinem Videoblog einen Einblick in seinen Quarantäne-Alltag: Der Brite Camryn Turner. (Video: Tamedia)

Seit rund einer Woche sitzt der Brite Camryn Turner in der isolierten Hotelanlage Kents Hill Park in der Stadt Milton Keynes, in der Nähe von London. Von dort berichtet er mit einem Videoblog über den Alltag in der Quarantäne: «Wir müssen ständig Gesichtsmasken tragen und der zwischenmenschliche Kontakt ist auf ein absolutes Minimum begrenzt».

Der 27-Jährige studierte in Wuhan Musik, als das Virus ausbrach. Am 9. Februar wurde er zusammen mit 117 anderen Briten von Grossbritannien ausgeflogen. Nach seiner Ankunft wurde er verschiedenen medizinischen Tests unterzogen und anschliessend auf sein Zimmer gebracht.

Turner stehen zwei gewöhnliche Hotelzimmer zur Verfügung. Eines dient als Schlaf-, das andere als Esszimmer. Die Mahlzeiten werden ihm vor die Türe gestellt, in einer Mikrowelle kann er sie aufwärmen. Zur Auswahl gibt es verschiedene Menüs: Currys, Risotto, Gratins oder auch Teigtaschen. «Das gute Essen hilft sehr dabei, sich besser zu fühlen», so Turner.

Monotoner Tagesablauf

Weil die Passagiere auf dem Flug aus Wuhan maximal 15 Kilogramm Gepäck mitnehmen durften, werden ihnen in der Quarantänestation zusätzliche Kleider zur Verfügung gestellt. Für die Reinigung der Zimmer ist jeder selbst zuständig.

Nach dem Aufstehen isst Turner für gewöhnlich sein Frühstück und tauscht sich via Handy mit Freunden und Familienangehörigen aus. Der übrige Tag besteht vor allem aus Fernsehen oder surfen im Internet: «Ich schaue vor allem Sport und Comedy, das erleichtert die Situation hier zumindest etwas. Ich schlafe aber auch viel.»

Kommunikation via Handy

Mit den Ärzten ist er stets in Kontakt. Turner muss täglich per SMS beantworten, ob bei ihm allfällige Symptome aufgetreten sind und wie er sich fühlt. Zudem verteilen die Ärzte Dokumente, welche die Isolierten über den aktuellen Stand der Dinge in der Anlage informieren.

Die Situation, die Turner zuvor in Wuhan erlebt hat, hilft ihm, mit der aktuellen Isolation klar zu kommen: «In Wuhan sass ich 14 Tage in meiner Wohnung fest. In diesen zwei Wochen durfte ich vielleicht während total 90 Minuten nach draussen, um das Nötigste einzukaufen. Es war schon beängstigend, dass direkt vor unseren Haustüren ein tödliches Virus lauert.»

Bislang zeigt Turner keine Symptome. Bleibt das so, kann er in rund einer Woche die Quarantäne verlassen und wieder in seinen normalen Alltag zurückkehren – ohne Gesichtsmaske.

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