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Sind Schicksal und Zufall Gegensätze?

Gibt es einen Unterschied zwischen Schicksal und Zufall? Als Jugendliche habe ich mich zu dieser Frage in hitzige Diskussionen verstrickt mit Gleichaltrigen. Je älter ich werde, umso weniger sehe ich da eine Differenz.

Ist es möglich, dass beide Begriffe dasselbe Erleben bezeichnen? Wenn ja, warum dann die Meinung, sie seien Gegensätze?

Liebe Frau R.

«Die Quantenmechanik ist sehr Achtung gebietend. Aber eine innere Stimme sagt mir, dass das noch nicht der wahre Jakob ist. Die Theorie liefert viel, aber dem Geheimnis des Alten bringt sie uns kaum näher. Jedenfalls bin ich überzeugt, dass der Alte nicht würfelt», schrieb Albert Einstein 1926 an Max Born. Bei diesen Sätzen handelt es sich nicht etwa um ein religiöses Bekenntnis Einsteins, sondern um den Ausdruck eines Unbehagens gegenüber einer neuen physikalischen Theorie, in welcher Zufall und Wahrscheinlichkeit einen Platz gefunden hatten. Damit hält Anfang des 20. Jahrhunderts eine Terminologie und eine Auffassung von Kausalität in der Physik Einzug, an die man sich in den Sozialwissenschaften bereits spätestens seit Mitte des 19. Jahrhunderts gewöhnt hatte, als man Gesetzmässigkeiten mithilfe der Statistik formulierte.

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