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«Schumachers erste Reaktion war erfreulich»

Michael Schumacher hat ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Andreas Raabe, Chefarzt der Neurochirurgie am Inselspital Bern, erklärt, was dabei im Kopf geschieht und welche Gefahren eine solche Verletzung birgt.

Michael Schumacher wurde von Grenoble ins Universitätsspital Lausanne verlegt. (3. Juni 2010)
Michael Schumacher wurde von Grenoble ins Universitätsspital Lausanne verlegt. (3. Juni 2010)
Laurent Gillieron, Keystone
Aufgewacht und aus der Klinik entlassen: Der beim Skifahren verunfallte Michael Schumacher liegt nicht mehr im Koma.
Aufgewacht und aus der Klinik entlassen: Der beim Skifahren verunfallte Michael Schumacher liegt nicht mehr im Koma.
AFP
«Hätte Schumacher keinen Helm getragen, hätte er den Sturz nicht überlebt»: Neurochirurg Stephan Chabardes. (30. Dezember 2013)
«Hätte Schumacher keinen Helm getragen, hätte er den Sturz nicht überlebt»: Neurochirurg Stephan Chabardes. (30. Dezember 2013)
Keystone
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Herr Raabe, Michael Schumacher hat nach seinem schweren Skiunfall sowohl Prellungen am Gehirn als auch Blutergüsse – ein Schädel-Hirn-Trauma dritten Grades. Wie beurteilen Sie die Schwere seiner Verletzungen? Schumacher wird beatmet, liegt im künstlichen Koma, und seine Körpertemperatur wird bei 33 bis 34 Grad gehalten. Das ist die klassische Konstellation eines schweren Schädel-Hirn-Traumas. Bei dieser Diagnose ist immer zu befürchten, dass es zu weiteren Schädigungen kommt, die über das eigentliche Trauma durch den Sturz hinausgehen. Denn bei einer solchen Verletzung lassen sich zwei Phasen unterscheiden: Die erste sind die Millisekunden des Aufpralls. In diesem Moment können Nervenzellen geschädigt werden. Gleichzeitig werden aber auch viele Stoffe freigesetzt, die zu einer sekundären Reaktion führen können – etwa zu einem Anschwellen des Gehirns oder zu Blutungen. Dadurch kann sich Druck im Schädel aufbauen. In dieser zweiten Phase befindet sich Schumacher zurzeit. Nach den Angaben der Kollegen in Grenoble sind die Verletzungen sehr schwer, und sein Zustand soll ausserordentlich ernst sein. Daher wagen sie es auch nicht, eine Prognose abzugeben.

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