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Schilddrüsenprobleme können sich aufs Herz auswirken

Das Inselspital Bern warnt: Mit einer erhöhten Schilddrüsenaktivität steigt auch die Gefahr einer Herzerkrankung. Schilddrüsenprobleme dürften deshalb nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Vergrösserte Schilddrüse mit sicht- und tastbarem Knoten vor der Luftröhre.
Vergrösserte Schilddrüse mit sicht- und tastbarem Knoten vor der Luftröhre.
zvg wikipedia/Drahreg01

Wer eine übermässige Schilddrüsenaktivität aufweist, hat im Vergleich zu einem gesunden Menschen ein höheres Risiko für Herzrhythmusstörungen sowie eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, an einer Erkrankung des Herzens zu sterben. Diese Erkenntnis ist nicht neu, sie wurde nun aber durch die Auswertung von zahlreichen Patientendaten bestätigt, wie das Inselspital mitteilt.

Unter der Leitung von Nicolas Rodondi, Chefarzt an der Universitätsklinik für Allgemeine Innere Medizin des Inselspitals Bern, werteten der Lausanner Forscher Tinh-Hai Collet und Kollegen in Holland und in den USA die Daten von 50'000 Erwachsenen auf vier Kontinenten aus. Die Arbeit ist heute in der renommierten Fachzeitschrift «The Archives of Internal Medicine» veröffentlicht worden. Ihr Fazit erklärt das Inselspital wie folgt: Wer symptomfrei eine übermässige Schilddrüsenaktivität aufweist, hat im Vergleich zu einem gesunden Menschen ein um 65 Prozent höheres Herzrhythmusstörungs-Risiko sowie eine um 25 Prozent erhöhte Wahrscheinlichkeit, an einer Erkrankung des Herzens zu sterben.

Inselspital beteiligt sich an der Trust-Studie

Diese Resultate bekräftigen gemäss Inselspital die neuesten internationalen Empfehlungen: Bei über 65-Jährigen und Herzkranken soll eine Überfunktion der Schilddrüse auch ohne Symptome medikamentös behandelt werden. Laut Studienleiter Nicolas Rodondi seien aber noch weitere Studien nötig, die einerseits die Wirksamkeit solcher Behandlungen prüfen und anderseits untersuchen, ob Vorsorgekontrollen (sogenannte Screenings) sinnvoll sind. Daher beteiligt sich unter Leitung des Inselspitals Bern auch die Schweiz an der grossen europäischen Trust-Studie mit 3000 älteren Menschen.

Schilddrüsenprobleme sind weit verbreitet

Die Schilddrüse befindet sich im unteren Halsbereich und produziert lebenswichtige Hormone, die den Stoffwechsel regulieren. Funktionsstörungen der Schilddrüse sind weit verbreitet, insbesondere bei alten Menschen (acht bis 18 Prozent der über 65-Jährigen). Erkrankungen der Herzkranzgefässe und des Herzens fordern mehr als ein Drittel aller Todesfälle in den westlichen Ländern.

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