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Nach Ebola nun auch noch das Marburg-Virus

Hohes Fieber, Übelkeit, schwere Blutungen: Das Marburg-Fieber ist Ebola sehr ähnlich. In Uganda ist ein 30-jähriger Mann daran gestorben. Die Behörden reagieren nervös.

Die Krankheit beginnt mit Kopfschmerzen: Szene nach einem Marburg-Fieber-Ausbruch in Angola 2005.
Die Krankheit beginnt mit Kopfschmerzen: Szene nach einem Marburg-Fieber-Ausbruch in Angola 2005.
Keystone

Die Zahl der Ebola-Toten steigt weiter, nun fordert ein eng verwandtes Virus ein erstes Todesopfer: In Uganda stirbt ein Klinikmitarbeiter am Marburg-Fieber. Noch ist unklar, wie sehr die tödliche Infektion um sich greifen wird.

In Uganda ist erneut das eng mit Ebola verwandte Marburg-Fieber aufgetaucht. Ein Klinikmitarbeiter in dem ostafrikanischen Land erlag dem Virus, mehrere weitere haben sich möglicherweise infiziert.

Insgesamt stünden 80 Menschen in Quarantäne unter Beobachtung, sagte die Direktorin des staatlichen Gesundheitsdienstes, Jane Aceng, der Nachrichtenagentur dpa in Kampala.

Präsident Yoweri Museveni rief die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren. Die Menschen sollten das Händeschütteln vermeiden und mit Gesundheitshelfern kooperieren. Um einer Ausbreitung entgegenzuwirken, wurden Notfallteams mit Erfahrung aus früheren Ebola- und Marburg-Ausbrüchen zusammengestellt.

Auch im benachbarten Ruanda riefen Behörden zu Vorsichtsmassnahmen auf. Bisherige Ausbrüche in Uganda konnten relativ rasch eingedämmt werden.

Beim Marburg-Opfer handelte es sich um ein 30-jährigen Röntgenassistenten eines christlichen Missionsspitals in der Hauptstadt Kampala. Er sei bereits am 28. September gestorben, so die Behörden.

Infektionen mit dem Virus sind zwar selten, verlaufen aber nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sehr oft tödlich. Das Virus verursacht Blutungen aus Körperöffnungen und in den inneren Organen.

Ebola-Patient in Texas kämpft ums Leben

Unterdessen schwebte der Ebola-Patient in den USA weiter in Lebensgefahr. Das teilte das behandelnde Spital in Dallas (Texas) mit. Er könne nicht mit experimentellen Medikamenten wie «ZMapp» behandelt werden, weil die geringen Vorräte aufgebraucht seien, erklärte die US-Gesundheitsbehörde CDC.

Der Mann hatte sich wenige Tage vor seinem Abflug aus Liberia am 19. September wahrscheinlich bei einer Nachbarin angesteckt, der er bei der Suche nach einem Spital geholfen hatte. In Liberia machten die Behörden beinahe 100 Menschen ausfindig, die mit der inzwischen verstorbenen Frau Kontakt hatten. Neun von ihnen sind der Viruserkrankung bereits erlegen.

US-Kameramann in die Heimat geflogen

Als nunmehr fünfter Amerikaner, der sich in Westafrika mit Ebola infizierte und in die Heimat gebracht wurde, traf am Montag ein Kameramann des Senders NBC in Omaha (Bundesstaat Nebraska) ein. Der 33-Jährige wird in der Isolierstation des Nebraska Medical Center behandelt.

In den drei am härtesten betroffenen Ländern Liberia, Guinea und Sierra Leone fallen trotz verbesserter Hilfsmassnahmen immer noch täglich Menschen Ebola zum Opfer. Allein in Sierra Leone stieg die Zahl der Toten nach Angaben des Gesundheitsministeriums bis zum 5. Oktober auf 678 - das sind 103 Todesfälle mehr, als das Land bis zum 1. Oktober der WHO gemeldet hatte.

Insgesamt sind bei der WHO inzwischen 3431 Tote in den drei Ländern erfasst, mit 2069 die weitaus meisten davon für Liberia.

Geringe Spenden

In Berlin rief Liberias Botschafterin Ethel Davis die Deutschen zu mehr Spenden für den Kampf gegen die Ebola-Epidemie auf. Die Lage in ihrem Land sei katastrophal. Vertreter mehrerer Hilfsorganisationen beklagten die aus ihrer Sicht geringe Spendenbereitschaft.

Verglichen mit anderen Katastrophen wie etwa dem Taifun «Haiyan» auf den Philippinen seien die Spendensummen sehr gering, sagte Bernd Pastors, Vorstandssprecher der Organisation Action Medeor. Um Hilfsgüter wie Schutzanzüge und Medikamente nach Westafrika bringen zu können, sei dringend mehr Geld nötig.

(SDA)

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