Männer sterben häufiger wegen HIV als Frauen

36,7 Millionen Menschen leben mit einer HIV-Infektion. Männer wissen weniger Bescheid über ihren HIV-Status, weshalb sie häufiger als Frauen ohne medizinische Behandlung sind.

Die Rote Schleife: Ein Mann in Indien hält das internationale Symbol, um die Solidarität mit HIV-Infizierten und Aids-Kranken auszudrücken.(30. November 2017)<p class='credit'>(Bild: Keystone EPA/DIVYAKANT SOLANKI)</p>

Die Rote Schleife: Ein Mann in Indien hält das internationale Symbol, um die Solidarität mit HIV-Infizierten und Aids-Kranken auszudrücken.(30. November 2017)

(Bild: Keystone EPA/DIVYAKANT SOLANKI)

Weil sie sich seltener testen lassen, sind HIV-infizierte Männer laut einer Studie einem höheren Sterberisiko ausgesetzt als infizierte Frauen. Wie die UNO-Organisation UNAids in einer Untersuchung anlässlich des Welt-Aids-Tags am Freitag herausfand, sind weltweit weniger als die Hälfte der Männer mit HIV in medizinischer Behandlung – bei den Frauen sind es mehr als 60 Prozent.

Männer beginnen demnach Therapien mit einer höheren Wahrscheinlichkeit zu spät oder unterbrechen ihre Behandlungen.

Der Studie zufolge wissen Männer in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara zu 20 Prozent seltener über ihren HIV-Status Bescheid als Frauen. In derselben Region verwenden demnach vor allem ältere Männer bei One-Night-Stands seltener Kondome. Bei ihnen sei eine HIV-Infektion häufiger der Fall.

36,7 Millionen Menschen infiziert

Die Forscher fanden ausserdem heraus, dass in mehr als zehn Ländern 15 Prozent der homosexuellen Männer mit Aids leben: darunter Mexiko und Nigeria. Weltweit lebten im Jahr 2016 laut UNAids 36,7 Millionen Menschen mit einer HIV-Infektion, aber weniger als 21 Millionen hatten Zugang zu antiretroviralen Medikamenten. Im Jahr 2016 starben eine Million Menschen an Aids oder an einer mit dem HI-Virus verbundenen Krankheit. Im selben Zeitraum wurden 1,8 Millionen Neuansteckungen gezählt.

Der Welt-Aids-Tag am 1. Dezember soll alljährlich Menschen dafür sensibilisieren, wie wichtig ein Miteinander ohne Vorurteile und Ausgrenzung ist. Er steht unter dem Motto «Positiv zusammen leben».

foa/sda

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