Zum Hauptinhalt springen

Gut behütet in den Sommer

Wenns wärmer wird, fallen die Hüllen. Was aber, wenn die Haut nicht mehr ganz jugendlich aussieht und sich erste Flecken und Falten zeigen? Der Berner Hautarzt Hans-Wilhelm Klötgen erklärt, wie man die Hautalterung beeinflussen kann.

Wer seine Haut vor der Sonne schützt, hält sie länger jung.
Wer seine Haut vor der Sonne schützt, hält sie länger jung.
Fotolia

Herr Klötgen*, jetzt, da der Sommer vor der Tür steht, haben Sie sicher vermehrten Zulauf in Ihren Sprechstunden?Hans-Wilhelm Klötgen: Es ist schon so, dass jetzt tendenziell mehr Patienten wegen kosmetischer Anliegen kommen, zum Beispiel wegen Altersflecken, Falten oder trockener und spröder Haut.

Was sind die typischen Hautveränderungen, die das Altern mit sich bringt und die Menschen stört? Die natürlichen Hautfalten, zum Beispiel jene der Mimik, akzentuieren sich. Bedingt durch Pigmentverschiebungen in der Haut entstehen bräunliche Flecken. Diese zeigen sich bei älteren Menschen bevorzugt auf der Hand oder im Gesicht. Sie werden im Volksmund auch Sonnenflecken oder Altersflecken genannt. Die zunehmend weniger elastische Haut wird trockener und schuppiger, vor allem an den Unterschenkeln und am Gesäss. Die empfindlichere Haut reisst schneller auf, und es kommt eher zu Einblutungen. Schliesslich finden sich auf einer älteren Haut auch vermehrt gutartige und manchmal auch bösartige Neubildungen, die besonders bei Menschen mit hellerem Hauttyp häufiger anzutreffen sind.

Was setzt unserer Haut heute alles zu? Da sind zum einen die klimatischen Faktoren. Dazu gehört die verstärkte UV-Einstrahlung der Sonne. Die Alterung verläuft schneller, wenn man die Haut starker Kälte, extremer Hitze oder sehr trockener Luft aussetzt. Ausserdem kann unser Lebensstil die Hautalterung beschleunigen. Bekannte Faktoren sind Nikotin, Alkohol und ungesunde Ernährung. Die Haut kann aber auch berufsbedingt starken Belastungen ausgesetzt sein, zum Beispiel durch wiederholten Feuchtigkeitskontakt wie bei Metzgern, Floristinnen oder Coiffeuren. Auch psychische Erkrankungen, die mit einem «Waschzwang» verbunden sind, können die Haut auslaugen und beschleunigt altern lassen. Darunter leiden manche Menschen.

Falsche Pflege kann den Alterungsprozess ebenfalls ver­stärken ... Das ist richtig. Zum Beispiel durch übertrieben häufiges Peeling – medizinisches Peeling bewirkt eine Abschälung der Haut. Falsche Pflege kann aber auch heissen, dass man durch die Pflege den notwendigen Flüssigkeitsaustausch mit der Umwelt verhindert, etwa durch die Verwendung zu fettiger Cremes. Das kann unter der Haut zu einem Wärmestau führen und das wiederum zu einer Entzündung und damit zu einer chronischen Schädigung der Haut. Wer allergisch auf Inhaltsstoffe von Kosmetika reagiert, entwickelt ebenfalls chronische Entzündungen, die mit den gleichen Folgen für die Hautalterung einhergehen.

«Je weniger man seine Haut bräunt, desto weniger altert sie vorzeitig.»

Hans-Wilhelm Klötgen, Facharzt für Dermatologie und Venerologie in der Hautpraxis Bern (Skinworld)

Was kann ich tun, um meine Haut möglichst «gesund» altern zu lassen? Generell empfehle ich eine jahreszeitlich angepasste Pflege. Im Sommer sollten die Hautpflegeprodukte einen höheren Wasseranteil und im Winter einen höheren Fettanteil enthalten. Wichtig ist auch, dass man, bevor man sich im Sommer lange der Sonne aussetzt, bereits morgens die Haut rückfettet oder besser noch einen Sonnenschutz verwendet, der auch pflegende Bestandteile enthält. Die Exposition gegenüber extremen Temperaturverhältnissen sollte im Alter so weit wie möglich vermieden werden. Wenn schon ein trockener, juckender Hautzustand vorliegt, sind kühlende Lotionen hilfreich, um weiteres Kratzen zu vermeiden. Empfehlenswert ist die Verwendung von Produkten, die arm sind an unnötigen Duftstoffen und Konservierungsmitteln. Denn diese Substanzen können allergisierend wirken.

Das vorherrschende Schönheitsideal ist immer noch sonnengebräunte Haut. Gibt es eigentlich auch eine «gesunde», empfehlenswerte Sonnenbräune? Nein, eine Empfehlung zur ­aktiven Bräunung wäre fahrlässig. Generell gilt: Je weniger man seine Haut bräunt, desto weniger altert sie vorzeitig.

*Hans-Wilhelm Klötgen(41) ist Facharzt für Dermatologie und ­Venerologie in der Hautpraxis Bern (Skinworld).
*Hans-Wilhelm Klötgen(41) ist Facharzt für Dermatologie und ­Venerologie in der Hautpraxis Bern (Skinworld).

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch