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Grüner Tee hilft Menschen mit Downsyndrom

Die Gehirnaktivitäten von Menschen mit Trisomie 21 lassen sich dank einem Wirkstoff in grünem Tee markant verbessern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie.

Gefundener Wirkstoff soll ihre Lebensqualität verbessern: Zwei Knaben mit Downsyndrom beim Spielen. (Archivbild)
Gefundener Wirkstoff soll ihre Lebensqualität verbessern: Zwei Knaben mit Downsyndrom beim Spielen. (Archivbild)
Attila Balazs, Keystone

Ein Wirkstoff in grünem Tee kann die Gehirnaktivitäten von Menschen mit Downsyndrom deutlich verbessern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die am Dienstag im Fachmagazin «The Lancet Neurology» veröffentlicht wurde.

Nach einem einjährigen klinischen Test wiesen die Patienten ein deutlich verbessertes Wahrnehmungs- und Erinnerungsvermögen auf, schreiben die Wissenschaftler: «Erstmalig hat hier eine Behandlung bei den kognitiven Fähigkeiten von Menschen mit diesem Syndrom Wirkung gezeigt.» Unabhängige Fachleute werteten die Befunde als vielversprechend.

Bessere Leistung beim Erinnern

Die Studienautoren führten die Wirkung auf den Stoff Epigallocatechingallat zurück, der im grünen Tee enthalten ist. Er verbessert das Zusammenspiel von Neuronen im Gehirn. An dem klinischen Test hatten 84 junge Erwachsene mit Downsyndrom teilgenommen. Eine Hälfte wurde mit dem Wirkstoff behandelt, die andere erhielt ein Präparat ohne den Stoff.

Die erste Gruppe zeigte nach einem Jahr deutlich bessere Leistungen beim Erinnern von Worten und Mustern und bei der Fähigkeit, ihr Verhalten der Umgebung anzupassen. Je länger sie das Präparat einnahmen, desto besser wurden die Leistungen. Die positiven Wirkungen waren noch ein halbes Jahr nach Ende des Tests bemerkbar.

«Keine Heilung, aber bessere Lebensqualität»

Die Hauptautorin der Studie, Mara Diersson, betonte, dass das Präparat keinesfalls eine Heilung der Syndrome verspreche. «Es könnte aber ein Instrument sein, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.»

Das Downsyndrom – auch bekannt unter dem Namen Trisomie 21 – betrifft etwa jeden tausendsten Menschen. Es handelt sich um einen Gendefekt, der die kognitiven Fähigkeiten der Patienten deutlich beschränkt und auch andere Gesundheitsprobleme verursacht.

(SDA)

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