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Erster EHEC-Fall in der Schweiz

In der Schweiz ist eine erste Person am Erreger erkrankt. Sie hat sich vor kurzem in Norddeutschland aufgehalten. Vermutlich steckte sie sich dort an einem Salatbuffet an.

Der Bockshornkleesamen solls gewesen sein: Ein ägyptischer Gewürzhändler zeigt den Urheber der Ehec-Seuche. (Archivbild)
Der Bockshornkleesamen solls gewesen sein: Ein ägyptischer Gewürzhändler zeigt den Urheber der Ehec-Seuche. (Archivbild)
AFP
Der Hinweis auf den Ehec-Erreger ist erbracht: Eine Packung Sprossen. (10. Juni 2011)
Der Hinweis auf den Ehec-Erreger ist erbracht: Eine Packung Sprossen. (10. Juni 2011)
Reuters
Sanitäter bringen einen Patienten mit Ehec-Symptomen in die Uniklinik Eppendorf D. (24. Mai 2011)
Sanitäter bringen einen Patienten mit Ehec-Symptomen in die Uniklinik Eppendorf D. (24. Mai 2011)
Reuters
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In der Schweiz ist eine Frau nach der Rückkehr aus Norddeutschland an Durchfall erkrankt, der vermutlich durch den gleichen Stamm von EHEC-Bakterien verursacht wurde, der in Deutschland auftritt. Dort stieg die Zahl der Todesfälle durch den Darmkeim EHEC auf 6.

Die Patientin in der Schweiz habe die ersten Symptome am 22. Mai verspürt, teilte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mit. Sie habe sich die Lebensmittelvergiftung vermutlich bei der Verpflegung an einem Salatbuffet zugezogen. Im Anschluss an dieses Essen seien auch andere Personen in Deutschland erkrankt, die sich dort verpflegt hätten.

Es seien keine Komplikationen aufgetreten, schreibt das BAG. Das Institut für Lebensmittelsicherheit und -hygiene der Universität Zürich (NENT) sei daran, den Bakterientyp zu analysieren.

Keine Häufung in der Schweiz

In der Schweiz sei bisher kein anderer Fall einer EHEC-Infektion im Zusammenhang mit der Situation in Deutschland gemeldet worden. Es sei hierzulande auch zu keiner Häufung von EHEC-Fällen gekommen. Seit Anfang Jahr seien 20 Fälle gemeldet worden, was der üblichen Anzahl Meldungen der früheren Jahre entspreche.

Gemäss dem BAG gibt es keine Hinweise, dass möglicherweise kontaminierte Lebensmittel in andere Länder ausser Deutschland eingeführt wurden. Gemäss den vom Bundesamt vorgenommenen Abklärungen werde in der Schweiz zurzeit hauptsächlich Schweizer Gemüse vermarktet.

Die EHEC-Bakterien, die im Darm von Wiederkäuern vorkommen, werden durch kontaminierte Lebensmittel übertragen und selten von Person zu Person. Bei den betroffenen Personen verursachen sie blutigen Durchfall und können zu Nierenproblemen führen.

In Deutschland immer mehr Fälle

Die Zahl der Todesfälle durch den Darmkeim EHEC hat sich in Deutschland auf 6 verdoppelt. Bislang wurden zudem - binnen etwa einer Woche - insgesamt rund 1000 bestätigte und EHEC-Verdachtsfälle registriert. Nach dem Fund des Darmkeims auf drei aus Spanien importierten Gurken in Deutschland überprüften die spanischen Behörden wegen der möglichen Verunreinigung von Gemüse zwei Betriebe.

Erstmals beim aktuellen Ausbruch starb ein Mann an den EHEC- Folgen. Bei dem tot in seiner Hamburger Wohnung gefundenen 38- Jährigen wurde eine erste Probe positiv auf EHEC getestet.

Eine über 70-jährige Frau aus Cuxhaven starb heute in einem Bremer Spital am Hämolytisch-Urämischen Syndrom (HUS)- dem schweren Verlauf der EHEC-Infektion. Zudem liess sich der Tod einer 41-jährigen Frau vom Mittwoch auf EHEC zurückführen. Sie stammte ebenfalls aus Cuxhaven. In Deutschland sind nun in allen Bundesländern Menschen erkrankt.

In Dänemark und Schweden wurden 32 EHEC-Krankheitsfälle nachgewiesen. Alle Betroffenen waren zuvor in Deutschland gewesen. In Österreich wurden zwei Männer unter dem Verdacht der EHEC- Infektion ins Spital eingeliefert.

Keine EHEC-Belastung in Spanien

Gemäss der EU-Kommission stammen die betroffenen Gurken von Unternehmen aus Malaga und Almería in der südspanischen Region Andalusien.

Noch sei aber unklar, ob es zu der Verunreinigung in Spanien oder beim Transport oder beim Umladen der Ware in Deutschland gekommen sei, erklärte das Gesundheitsministerium in Madrid. In Spanien sei bislang keine EHEC-Belastung gemeldet worden.

Eines der betroffenen Unternehmen, Pepino Bio Frunet in Malaga, erklärte, dass eigene Tests an den Gurken des betroffenen Bauern keine Verunreinigung ergeben hätten.

Palette mit Gurken unter Verdacht

Eine Sprecherin äusserte die Vermutung, dass die Erreger in Deutschland an die Gurken gelangt seien. Ihr liege eine E-Mail des Grosshändlers in Hamburg vor, wonach eine Palette mit 180 Kisten Gurken vom Transporter auf den Boden gefallen sei.

Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks wies dies zurück. «Dass die belasteten Gurken von einer einzigen Palette stammten, die durch ein Umkippen verseucht wurden, können wir aufgrund der Probenentnahme an unterschiedlichen Stellen ausschliessen», sagte Prüfer-Storcks.

Die Niederlande wiesen am Freitag Berichte über eine mit dem EHEC- Erreger infizierte Gurke, die aus Holland stammen soll, als unzutreffend zurück. Mit dem EHEC-Erreger kontaminierte Gurken aus Spanien sind unterdessen auch bei zwei Grosshändlern in Dänemark entdeckt worden.

(sda/dapd)

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