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Die Sohle, die den Gang verbessert

Ein neuartiger Therapieschuh soll die zivilisationsgeschädigten Menschen lehren, wieder aufrecht zu gehen. Die Idee stammt von zwei Schweizern.

Stefan Aerni

Die ersten Gehversuche sind ernüchternd. Wer den neuen Trainings- und Therapieschuh ausprobiert, fühlt sich zwar auf Anhieb wohl: Die Zehen können sich frei bewegen, das Oberleder ist geschmeidig, keine Druckstellen. Aber beim Gehen hat der Neuling bei fast jedem zweiten Schritt das Gefühl, er trete auf eine leichte Erhebung. «Das ist völlig normal», beruhigt Tobias Schumacher. «Man muss sich zuerst an den Schuh gewöhnen.» Tobias Schumacher (44), Biomechaniker und ehemaliger Leistungssportler aus Thunstetten, hat mit dem Grenchner Physiotherapeuten Jan Swager van Dok (52) den Schuh entwickelt. Der heisst «X10D» (englisch ausgesprochen «extend», was in etwa «sich aufrichten» bedeutet). Der Name ist Programm: Der neue Gesundheitsschuh zeigt laut seinen Erfindern dem Träger auf, wie er wieder zu einem aufrechten und natürlichen Gang zurückfindet. Dafür soll die grüne, erhöhte Linie an der Sohle sorgen, die den idealen Bewegungsablauf markiert. Stabilisations- und Führungselemente lassen den Träger sanft spüren, wenn er die Ideallinie verlässt und so gewissermassen vom Pfad der Tugend abkommt. Daher manchmal das für Anfänger irritierende Gefühl, als ob sie auf eine Erhebung oder einen Widerstand träten. «Mit diesem Schuh verlässt man die Komfortzone», erklärt Biomechaniker Schumacher. «Dafür lernt man wieder richtig gehen.»

Problemfüsse im Vormarsch

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