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Diabetiker haben mehr Chemie im Urin

Babyflaschen aus Kunststoff, die Innenbeschichtung von Dosen, viele Kunststoff-Behälter sowie Folienverpackungen für Lebensmittel werden mit der weitverbreiteten Chemikalie Bisphenol A (BPA) hergestellt.

Aus Tierversuchen mit Mäusen oder Ratten ist jedoch bekannt, dass Bisphenol A unter anderem die Insulinproduktion steigern und bei Jungtieren zur vorzeitigen Pubertät führen kann - beides sogar in Konzentrationen, die unterhalb der für den Menschen erlaubten Werte liegen. Bisherige epidemiologische Studien über die Wirkung von kleinen Dosen BPA auf den Menschen waren aber nur wenig aussagekräftig.

Nun hat ein britisch-amerikanisches Forscherteam den Zusammenhang zwischen der Konzentration von Bisphenol A im Urin und Erkrankungen bei rund 1450 Erwachsenen untersucht. Höhere Bisphenol-A-Werte gingen statistisch mit einem grösseren Risiko für Herzgefässerkrankungen und Diabetes einher. Auch bestimmte Leberwerte waren bei Personen mit grösseren Bisphenol-A-Werten erhöht.

Die Studie beweise zwar nicht, dass BPA an den Erkrankungen Schuld sei, schreiben zwei Kommentatoren in der Amerikanischen Ärztezeitung. Aber sie deute drauf hin, dass es zwischen BPA und den «bedeutsamsten und wirtschaftlich belastendsten menschlichen Krankheiten» Verbindungen gebe. Angesichts der Bedeutung von BPA und den jetzt vorliegenden Befunden seien weitere Studien dringend nötig. Die bisher als sicher eingestufte, maximale tägliche BPA-Belastung gehe auf Experimente in den 1980er-Jahren zurück, geben sie ferner zu Bedenken. Damals seien jedoch inzwischen überholte Methoden und Analyseverfahren verwendet worden.

Die jährliche Produktion von BPA betrug den Forschern zufolge im Jahr 2003 mehr als zwei Millionen Tonnen, mit jährlichen Zuwachsraten von sechs bis zehn Prozent.

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