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Unser Hirn funktioniert sogar, wenn eine Hälfte fehlt

Das Hirn kann mehr, als wir denken. Über die Fähigkeit des komplexesten Organs, sich zu reorganisieren.

Das Gehirn vermag nicht jede Schädigung auszugleichen, verändert sich aber mitunter stärker, als man es lange für möglich gehalten hat. Foto: plainpicture.com

Das Gehirn vermag nicht jede Schädigung auszugleichen, verändert sich aber mitunter stärker, als man es lange für möglich gehalten hat. Foto: plainpicture.com

Bei der Begrüssung plauderten die Studienteilnehmer wie all die anderen Probanden, die Neurowissenschafterin Dorit Kliemann vom ­California ­Institute of Technology in Pasadena schon untersucht hatte. «Auf den ersten Blick merkte man ihnen ihren Befund kaum an», sagt die Forscherin. Dennoch handelte es sich um spezielle Probanden: Ihnen fehlte je eine Hälfte ihres Gehirns. Diese war ihnen Jahre zuvor ­wegen schwerer Epilepsien im Baby- oder Kleinkindalter entfernt worden. Diesen Eingriff wagen Ärzte sehr selten – nur dann, wenn keine andere Therapie hilft. Den sechs Probanden hatte die Operation ein normales Leben ohne wesentliche ­kognitive oder emotionale Einschränkungen ermöglicht. Das hatte die Neugier von Kliemann und ihren Kollegen geweckt: Wie kann ein halbes Gehirn annähernd so funktionieren wie ein vollständiges?

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