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Ärzte raten von Mammografien ab

Systematische Brustkrebs-Screenings richten laut einer Ärztevereinigung mehr Schaden an, als dass sie helfen. Die Studie wird wohl hohe Wellen werfen.

Umstrittener Nutzen: Die Röntgenbilder einer Frau werden auf dem Bildschirm angezeigt. (Archivbild)
Umstrittener Nutzen: Die Röntgenbilder einer Frau werden auf dem Bildschirm angezeigt. (Archivbild)
Keystone

Frauen über fünfzig Jahren wird in vielen Schweizer Kantonen empfohlen, alle zwei Jahre ihre Brüste röntgen zu lassen, damit allfällige Tumoren frühzeitig entdeckt werden. Dieser Praxis erteilt nun das Swiss Medical Board (SMB), eine hochkarätige Vereinigung von Fachärzten und Wissenschaftern, eine Absage.

In einer neuen Studie, die heute Sonntag veröffentlicht wird und der «NZZ am Sonntag» vorliegt, kommt das Gremium zum Schluss, dass die Programme mehr Schaden anrichten als helfen. «Es wird nicht empfohlen, systematische Mammografie-Screening-Programme einzuführen», bilanzieren die Autoren.

«Fehlbefunde» lösen Stress aus

Sie haben fünf Übersichtsstudien von Befürwortern analysiert. Diese kamen zum Ergebnis, dass auf tausend Frauen, die sich regelmässig röntgen lassen, im Lauf von zehn Jahren ein Todesfall verhindert werden kann. Allerdings sterben vier der gescannten Frauen trotzdem an Brustkrebs.

Die Experten des SMB anerkennen zwar, dass dank Tests die Mortalität leicht abnimmt. Sie halten aber fest, dass es bei rund jeder zehnten Frau zu «Fehlbefunden, die zu weiteren Abklärungen und zum Teil zu unnötigen Behandlungen führen», komme. Problematisch seien die vier Prozent der «falsch positiven Befunde». Dabei handelt es sich um Fälle, in denen Radiologen einen Krebsherd sehen, wo keiner ist. Diese bescherten den Frauen Angstzustände, zögen Schlafprobleme nach sich und wirkten sich negativ aufs Sexualleben aus.

Die Studie dürfte laut der «NZZ am Sonntag» hohe Wellen werfen. Mehrere Kantone, darunter Basel-Stadt und Bern, hätten gerade ein Programm gestartet, das Frauen ermutigt, systematisch Mammografie-Screenings zu machen.

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