10'000 neue Ebola-Fälle pro Woche

Die Ebola-Epidemie könnte bald unvorstellbare Dimensionen erreichen – falls der Kampf gegen das Virus nicht intensiviert wird.

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Die Weltgesundheitsorganisation schlägt in der Ebola-Krise immer dramatischere Töne an: Jede Woche könnten bis zu 10'000 neue Infektionen hinzukommen, sollte der Kampf gegen das tödliche Virus nicht binnen zwei Monaten verstärkt werden, erklärte der stellvertretende WHO-Generaldirektor Bruce Aylward am Dienstag in Genf.

Die WHO mahnte drastische Gegenmassnahmen an, um einen noch dramatischeren Anstieg der Infizierten zu vermeiden. In den vergangenen vier Wochen seien jeweils rund 1000 neue Fälle registriert worden, sagte Aylward.

Bislang sind an der gefährlichen Infektionskrankheit nach jüngsten Daten der WHO 4447 Menschen gestorben, die meisten in den am stärksten betroffenen Ländern in Westafrika. Die Sterberate sei auf 70 Prozent gestiegen. Die Zahl der registrierten Verdachtsfälle summiere sich auf 8914, teilte die WHO weiter mit. Die tatsächlichen Werte liegen vermutlich jedoch weit höher, was auch die WHO eingesteht.

US-Patientin geht es «gut»

Positive Nachrichten kommen dagegen aus den USA und Spanien: Der Krankenschwester im US-Bundesstaat Texas, die sich bei der Pflege eines Ebola-Patienten mit dem Virus infizierte, geht es nach eigenen Angaben den Umständen entsprechend gut. «Mit geht es gut und ich möchte allen für ihre Genesungswünsche und Gebete danken», sagte die 26-jährige Nina Pham am Dienstag laut einer Mitteilung des Krankenhauses Texas Health Presbyterian in Dallas. Sie werde von Familie und Freunden unterstützt sowie vom «besten Team von Ärzten und Pflegekräften der Welt» behandelt.

In Madrid sind die Ärzte «vorsichtig» optimistisch, dass die an Ebola erkrankte Krankenschwester der Madrider Klinik Carlos III. überleben wird. Teresa Romero habe die kritischen 14 Tage nach Ausbruch der Krankheit überlebt, ihr Zustand sei zwar weiter «ernst, aber stabil».

Erstmals ist allerdings in Deutschland ein Mensch am Ebola-Erreger gestorben. Ein zur Behandlung aus Afrika eingeflogener UNO-Mitarbeiter erlag in der Nacht zum Dienstag in einer Leipziger Klinik der schweren Krankheit. Der 56-Jährige war der dritte Ebola-Patient, der in Deutschland versorgt wurde.

ldc/AFP/sda

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