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Weltkultur im Zeitraffer

Forscher zeigen, wie in den letzten 2000 Jahren kulturelle Zentren entstanden und verschwunden sind. Sie haben dazu Daten von 150'000 bedeutenden Persönlichkeiten analysiert.

«Daten sind für Kunsthistoriker etwas vom Langweiligsten», sagt der Kunsthistoriker Maximilian Schich. «Doch wenn man genügend langweilige Daten zusammenträgt, finden sich darin plötzlich spannende Muster.» Solche Muster hat Schich mit einem Forscherteam an der Universität von Texas in Dallas gefunden. Sie haben anhand von Geburts- und Sterbeorten von rund 150 000 bedeutenden Persönlichkeiten Migrationsmuster analysiert und so die Entwicklung von kulturellen Zentren in den letzten 2000 Jahren aufgezeigt. In einem Zeitraffer zeigt die im Fachmagazin «Science» publizierte Studie, wie Rom Athen den Rang abläuft, wie Paris zum alleinigen Zentrum Frankreichs wird und wie die USA besiedelt werden. 2000 Jahre Menschheitsgeschichte in einer Minute.

Die Methode des Zeitraffers kennt man sonst aus Dokumentarfilmen. Sie zeigen zwar selten Neues. Dafür machen sie langfristige Phänomene einfacher sicht- und verstehbar. Um diese Technik in den Geschichtswissenschaften anzuwenden, war es essenziell, Informationen über Geburts- und Sterbeorte von so vielen Personen wie möglich zu sammeln.

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