Hitlers Geburtshaus offen für Migranten

In Hitlers Geburtsthaus in Braunau will ein Integrationszentrum für Migranten einziehen. Das historisch belastete Gebäude soll sozial genutzt werden.

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In Adolf Hitlers Geburtshaus in Braunau am Inn will eine österreichische Wohltätigkeitsorganisation einziehen. Die Volkshilfe wolle dort ein Zentrum für die Integration von Migranten errichten, berichtete der «Kurier» am Mittwoch vorab aus seiner Donnerstagsausgabe. Der Volkshilfe-Geschäftsführer Karl Osterberger sagte der Zeitung: «Wenn die Rahmenbedingungen passen, machen wir das.» Wenn eine soziale Einrichtung dort unterkäme, hätte das eine «tolle Signalwirkung».

Das historisch belastete Gebäude steht leer, seit vor mehr als einem Jahr eine Behindertenwerkstatt ausgezogen ist. Der Braunauer Bürgermeister Hannes Waidbacher von der konservativen Volkspartei (ÖVP) sprach sich vergangenes Jahr für eine Wohnnutzung des gelb getünchten Baus aus und sorgte damit für Aufregung. Anderen Vorschlägen zufolge sollte in der Immobilie eine Holocaust-Gedenkstätte entstehen.

«Man sollte das Haus nicht überhöhen»

Der Braunauer SPÖ-Politiker Harry Buchmayr hat im November einen Arbeitskreis gegründet, der in Abstimmung mit dem Innenministerium Pläne für die Nutzung von Hitlers Geburtshaus entwickeln sollte. Es habe sich herauskristallisiert, dass Historiker eine Gedenkstätte in Hitlers Geburtshaus nicht für notwendig halten, sagt Buchmayr gegenüber dem «Kurier». «Man sollte das Haus nicht überhöhen», erklärt Buchmayr. Er sei erleichtert, dass endlich eine Lösung in Sicht ist.

Das Geburtshaus des unrühmlichen Sohnes der Stadt gehört derzeit einer Rentnerin, die es an das österreichische Innenministerium vermietet. Untermieterin ist die Stadt Braunau. Vor dem Gebäude, in dem der 1889 geborene Hitler bis zu seinem dritten Lebensjahr lebte, befindet sich ein aus dem ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen stammender Mahnstein aus Granit. Darauf steht: «Für Frieden, Freiheit und Demokratie. Nie wieder Faschismus. Millionen Tote mahnen.»

mal/AFP

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