Zum Hauptinhalt springen

Die kalte Kindheit des stotternden Königs

Sprachtherapeuten im Berner Inselspital haben untersucht, wie sehr eine ungünstige Familienkonstellation das Entstehen des Stotterns von Kindern beeinflussen kann. Im Gespräch ziehen die Autoren Schlüsse für die Therapie.

Stotternder Patient, ungewöhnlicher Therapeut: Colin Firth (links) und Geoffrey Rush in «The King’s Speech».
Stotternder Patient, ungewöhnlicher Therapeut: Colin Firth (links) und Geoffrey Rush in «The King’s Speech».
PD

«Könige kommen keine zu uns», sagt Alexander Zimmermann, der Logopäde, «dafür sehen wir in unserer Praxis stotternde Menschen jeden Alters in ihrer Not.» Mit seiner Kollegin Sandra Fritschi, dem Psychologen Jürg Kollbrunner und dem Phoniater Eberhard Seifert arbeitet er an der Hör-, Stimm- und Sprachabteilung des Berner Inselspitals. Etwa ein Prozent der Bevölkerung leidet unter der Sprechstörung, bei manchen wächst sie sich aus, andere stottern ein Leben lang. Das Stottern, sagt Zimmermann, «ist wie das Fahren mit angezogener Handbremse». Oder psychologisch formuliert: Im Stottern kommen starke, gegensätzliche Gefühle gleichzeitig zum Ausdruck. Das Kind will etwas unbedingt sagen, hat aber Angst vor der Reaktion. Es hält sich zurück und gerät durch die einander widersprechenden Muskelimpulse ins Stottern.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.