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Zinsen auf Kassenobligationen sind wieder am Steigen Ohne Anpassungen hätten Kassenoblis jegliche Attraktivität verloren Von Harry Tresch, SDA Hintergrund

Zahlreiche Banken haben in den letzten Wochen die Zinsen auf Kassenobligationen wieder erhöht.

Die Banken sprechen von normalen Marktanpassungen, weil sie mittelfristig wieder mit einem höheren Zinsniveau rechnen. Für andere handelt es sich um nichts anderes als eine Werbemassnahme. Wer sein Geld in Kassenobligationen anlegt, erhält wieder eine höhere Rendite. In den letzten Wochen haben etwa die Credit Suisse, die Coop Bank, die Glarner sowie die Basler Kantonalbank die Zinsen auf den festverzinsten Kassenobligationen erhöht. Sie gehören damit zu den letzten einer ganzen Reihe von Schweizer Finanzinstituten, welche die Zinsen für diese Anlageform angehoben haben. Besonders stark gestiegen sind die Zinsen für vier- bis achtjährige Termingeldkonti. Dies begründen die Banken oft damit, dass sie von einem allgemein wieder steigenden Zinsniveau ausgingen. Die Credit Suisse beispielsweise erhöhte die Zinsen für Kassenobligationen mit achtjährigen Laufzeiten um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent, die Coop Bank von 1,75 auf 2 Prozent, die Migros Bank von 1,875 auf ebenfalls 2 Prozent. Eine Anpassung der Zinssätze sei unumgänglich gewesen, da sonst niemand mehr in Kassenobligationen investiert hätte, sagt dazu Rolf Biland, Experte vom VZ Vermögenszentrum. «Es gibt schliesslich wesentlich interessantere Alternativen im Obligationenmarkt.» Gelder umgeschichtet Ein Blick in die Bücher der Migros Bank bestätigen Bilands Aussagen: Per Ende 2009 hatte das Institut Kassenobligationen von 1,832 Milliarden Franken ausstehend, Ende 2010 waren es noch 1,163 Milliarden Franken - ein Minus von knapp 670 Millionen Franken. Die Gelder seien aber nicht abgeflossen, sondern die Kunden hätten die Gelder innerhalb der Bank auf Sparkonti und Anlagesparkonti umgeschichtet, sagt Matthias Hunn, Marketingleiter bei der Migros Bank. «Die Kunden sind sehr preissensitiv. Festgeldanlagen unter 2 Prozent sind für viele nicht attraktiv.» Attraktiver als Eidgenossen Für VZ-Experte Biland ist denn auch klar, dass mit Zinserhöhungen auf Kassenobligationen keine Neukunden angeworben werden können. «Dafür müsste das Angebot deutlich attraktiver als etwa Obligationen der Eidgenossenschaft sein», sagt er. Der Zins für 10-jährige Staatsanleihen ist seit August von gut 1 Prozent auf rund 1,65 Prozent gestiegen. Biland sieht die Zinsanpassungen auf Kassenobligationen dennoch als Marketinginstrument, damit die bestehenden Kunden nicht verärgert würden. Die Banken streiten dies ab: Man erwarte, dass die Zinskurve nach oben gehe, heisst es von Seiten der Credit Suisse. Die Erhöhung der Zinsen sei eine reine Marktanpassung. Auch Hunn von der Migros Bank spricht von einer Marktbereinigung: «Wir versuchen den Kunden wieder ein einigermassen attraktives Angebot zu machen, nach einer langen Phase, in der sich die Zinsen auf einem historischen Tiefstand kaum verändert haben.»

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