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Xstrata könnte die Glencore-Offerte zurückweisen Vorausbericht

Zug Die Xstrata-Aktionäre entscheiden am Freitag, ob sie einer Fusion mit dem Rohstoffriesen Glencore zustimmen.

Im Aktionariat gibt es etliche, die das nicht wünschen, darunter die Staatsfonds von Katar und Norwegen. Sie halten den gebotenen Preis für ungenügend. Glencore allerdings will seine Offerte für den Minenbetreiber nicht nachbessern. Die Nummer Eins unter den Rohstoffhändlern bietet für Xstrata rund 31 Milliarden Dollar in eigenen Aktien. 34 Prozent von Xstrata gehören Glencore bereits. Der Grossaktionär Katar, der Staatsfonds von Norwegen und andere Aktionäre lehnen das Angebot als zu gering ab. Glencore kann abwarten Glencore-Chef Ivan Glasenberg verweigert jede Nachbesserung und lässt die Übernahme lieber fallen. Sollten die Aktionäre die Fusion ablehnen, beharrt Glasenberg nicht auf «jetzt oder nie». Stattdessen setzt er auf sinkende Xstrata-Kurse. In den Augen von Analysten, Aktionären und mit der Operation vertrauten Kreisen hängt der Erfolg dieser Absichten von mehreren unvorhersehbaren Faktoren ab. Gemeint damit sind die künftigen Resultate von Xstrata bis hin zum Verhalten des Aktionariats. Die Analysten mahnen an, dass Glencore die Risiken der abwartenden Haltung gegenüber einem leichten Preisaufschlag abwägen sollte. Glencore habe einen guten Teil der vergangenen fünf Jahre auf die Fusion hingearbeitet, sagt Nik Stanojevic von Brewin Dolphin. Es sei sehr wahrscheinlich, dass der Zweck des Börsengangs des Rohstoffhändlers die Schaffung ausreichender Mittel für die Xstrata- Übernahme gewesen sei. Die Position des Staatsfonds von Katar bei diesem Handel ist klar. Die Araber wollen 3,25 neue Aktien von Glencore für jeden von ihnen gehaltenen Xstrata-Anteil statt der angebotenen 2,8. Einige Quellen geben allerdings an, dass Katar diese Haltung unterdessen etwas gelockert hat. Glencore seinerseits schätzt, ein Jahr warten zu können, bis die Unsicherheit dem Aktienkurs von Xstrata und anderer Minenbetreiber zusetzt. Dabei sieht sich der Rohstoffhändler kaum Risiken ausgesetzt, die von Entwicklungsprojekten durch Verzögerungen oder Zusatzkosten drohen. Kurssturz bei Scheitern der Fusion Glencore wolle Geld verdienen, auch wenn es winde und regne. Wo anderen die Margen wegbrächen, streiche Glencore immer noch Gewinne ein, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Quelle. Analysten schätzen, dass ein Scheitern der Fusion kurzfristig in einem Kurssturz der Xstrata-Aktien um 10 bis 15 Prozent niederschlagen dürfte. Der Titel könnte Unterstützung finden, wenn Xstrata die Produktion in den kommenden Monaten steigern kann und neue Projekte Früchte tragen. Eine anonym bleiben wollende Quelle sagte, der Staatsfonds aus Katar baue seine Xstrata-Anteile von derzeit 12,3 Prozent langsam aus. In einem Jahr könnten es 20 oder mehr Prozent sein. Der norwegische Staatsfond hat seinen derzeitigen Anteil gemäss etlichen Quellen auf über drei Prozent ausgebaut. Er handelt nicht in Abstimmung mit Katar. Xstrata verbuchte im ersten Halbjahr 2012 einen Gewinneinbruch um 42 Prozent, weil die Rohstoffpreise gesunken sind. Mehrere Minenprojekte werden nach und nach geschlossen. Nach einer Transitionsphase sollten die Geschäfte dank neu eröffneter Minen etwa in Peru wieder Schwung bekommen. Mega-Konzern am Horizont Bei einer Fusion des Rohstoffhändlers Glencore und des Bergbauunternehmens Xstrata entstünde ein Mega-Konzern, der vom Abbau von Industriemetallen und Brennstoffen bis hin zum Handel und Verkauf an den Endkunden alle Wertschöpfungsstufen abdeckt. Das 1974 vom Rohstoffhändler Marc Rich gegründete Unternehmen Glencore (Global Energy Commodity and Resources) handelt mit Metallen und Mineralien wie Aluminium, Zink, Kupfer, Nickel, Kobalt und Eisenerz, aber auch mit Rohöl, Kohle und Koks. Drittes Standbein ist der Verkauf von Agrarprodukten wie Weizen, Gerste, Zucker, Mais und Speiseöl. Glencore beschäftigt mehr als 58'000 Menschen in über 30 Ländern. Die Wurzeln des weltweit tätigen Bergbauunternehmens Xstrata reichen bis ins Jahr 1926 zurück, als die Firma unter dem Namen Südelektra AG gegründet wurde. 1999 benannte sich das Unternehmen in Xstrata um und operiert inzwischen mit mehr als 70'000 Mitarbeitern in über 20 Ländern. Im Mittelpunkt stehen der Abbau von Kohle, Kupfer, Nickel und Zink sowie Legierungen für die Stahlindustrie und Technologien für den Bergbau. Der Umsatz lag 2011 bei rund 33,9 Milliarden Dollar.

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