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«Wir würden uns unweigerlich verschulden»

In den 25 Jahren ihres Bestehens hat die MC Sport Mode AG noch nie eine rote Zahl geschrieben. Trotzdem hat die Firma nun geschlossen – aus wirtschaftlichen Gründen.

Christoph Buchs
Nach 25 Jahren Firmengeschichte der MC Sport Mode AG werden in den Lagerhallen an der Geissgasse die Lichter gelöscht.
Nach 25 Jahren Firmengeschichte der MC Sport Mode AG werden in den Lagerhallen an der Geissgasse die Lichter gelöscht.
Christoph Buchs

Der 28. Februar war der letzte Tag in der Geschichte der MC Sport Mode AG. «Der Verwaltungsrat hat auf Grundlage der aktuellen Situation entschieden, die Geschäftstätigkeit einzustellen», schreibt Verwaltungsratspräsident Beny Sahli in einer Kundeninformation, die dieser Zeitung vorliegt.

Im April 1992 wurde die Firma gemäss Handelsregister gegründet – nun ist nach 25 Jahren Schluss. Die Bilanz wird noch diese Woche deponiert.

Die MC Sport Mode AG handelte mit Sportartikeln. Stationiert war sie seit acht Jahren an der Geissgasse 21 in Interlaken, zuvor im Wengelacher Matten. Die Firma lieferte die Produkte nie an den Endverbraucher, sondern an über 2000 Firmen in der ganzen Schweiz.

Die Lieferungen nahm sie aus dem Euroraum entgegen, beispielsweise aus Deutschland, Italien und Frankreich. Entsprechend änderten sich die Geschäftsbedingungen mit dem Euroentscheid der Nationalbank vom Januar 2015.

Die Firma habe damals einen strukturellen Umbau und die Anpassung an die neuen Marktverhältnisse beschlossen, schreibt Sahli. Man senkte die Umsatz­ziele.

«Parallel dazu wurde das Sortiment gestrafft, der Promotionsbereich reduziert, indem preissensible Produkte aus dem Sortiment genommen oder durch andere ersetzt wurden.» Die Massnahmen fruchteten: 2015 war ein weiteres positives Geschäftsjahr für die Firma.

Abwärtsspirale stünde bevor

Anfang 2016 konfrontierten ei­nerseits die Grosslieferanten, anderseits aber auch eine Bank als Kreditgeberin die MC Sport Mode AG mit verschärften Bedingungen, resultierend aus dem tieferen Umsatz. Die Bank schloss das Kreditkonto, was für die Firma Liquiditäts- und Lieferengpässe zur Folge hatte – und bei den Kunden zu Verunsicherung und Auftragsannullierungen führte.

Dennoch: «Auch 2016 wäre ein sehr gutes Jahr geworden, und unsere Geschäftstätigkeit blieb bis zuletzt intakt. Aber jetzt kämen wir in eine Abwärtsspirale», sagt Sahli auf Anfrage. Aus dieser würde man sich nicht befreien können. «Wir würden uns unweigerlich verschulden.» Deshalb fiel nun der Entscheid, die Firma aufzugeben.

Die 13 Mitarbeiter – Logistiker sowie Textil- und Bürofachleute – seien stets über den Stand der Dinge informiert worden.

«10 Mitarbeiter haben bereits eine neue Stelle, die sie mehrheitlich schon angetreten haben. Um die anderen 3 habe ich auch keine Angst.»

Beny Sahli Verwaltungsratspräsident

Sahli hatte ihnen bereits im Januar vorsorglich gekündigt und allen die Möglichkeit offengelassen, das Unternehmen sofort zu verlassen, sollten sie anderswo unterkommen. «10 haben bereits eine neue Stelle, die sie mehrheitlich schon angetreten haben», so der 70-Jährige. «Um die anderen 3 habe ich auch keine Angst.»

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