Wie die SBB an Mobilitätsdaten kommen

Ein E-Bike, ein Carsharing-Abo und ein GA: Die SBB lassen 300 Personen ein Kombiangebot testen. Sie wollen herausfinden, wann die Testpersonen wie welches Verkehrsmittel nutzen.

E-Bikes für 300 Testpersonen: SBB-Chef Andreas Meyer und  Velounternehmer Thomas Binggeli bilden ein Tandem.

E-Bikes für 300 Testpersonen: SBB-Chef Andreas Meyer und Velounternehmer Thomas Binggeli bilden ein Tandem. Bild: Christian Pfander

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Die SBB lancieren heute ihr Forschungsprojekt «SBB Green Class E-Bike» zusammen mit Stromer und M-Way. Begleitet wird das Projekt von der ETH Zürich. Während des einjährigen Markttests sollen Informationen zum Mobilitätsverhalten der 300 Testpersonen aus der ganzen Schweiz gesammelt werden. Bis zum 30. Juni können sich Interessierte bei den SBB melden und sich ab September 2017 als Testperson für das umweltfreund­liche Kombiangebot zur Verfügung stellen.

Mitmachen ist nicht gratis: Die ausgewählten Personen zahlen entweder 8980 oder 6750 Franken. Sie erhalten dafür ein 1.-Klasse-GA beziehungsweise ein 2.-Klasse-GA und jeweils ein ­E-Bike, ein Mobility-Carsharing-Abo sowie Zusatzleistungen. Falls es zu einer Panne kommt und zum Beispiel die Sensoren des E-Bikes aus­steigen, sorgt M-Way für die Reparatur.

«In Asien ist die kombinierte und geteilte Mobilität bereits Realität.» Das Velo auf der letzten Meile sei dort Trend, sagt Stromer-Gründer Thomas Binggeli. Mit dem Projekt probieren die SBB in der Schweiz etwas Neues aus: «Wir wollen die Mobilität der ­Zukunft neu gestalten», bewirbt SBB-Chef Andreas Meyer das Pilotprojekt.

Es ist eine etwas günstigere, erweiterte Variante des vorherigen Markttests: Letztes Jahr konnten 150 Personen für 12 200 Franken mitmachen und anstelle des Mobility-Carsharing-Abos ein Elektroauto BMWi3 sowie ein 1.-Klasse-GA benutzen.

Was bewegt uns wie?

Die Pilotkunden zeichnen während des Projekts ihr Mobilitätsverhalten mit einer Tracking-App auf. Dazu gehören unter ­anderem tägliche Bewegungsprofile, Aufenthaltsorte und Nutzungsdaten der jeweiligen Verkehrsmittel. Zudem werden sie regelmässig zu ihren Erfahrungen befragt.

Die Messwerte sollen Aufschluss darüber geben, wie Kunden ihr Verhalten ändern, wenn sie verschiedene Mobilitätsmöglichkeiten haben. «Wir wollen verstehen, warum sich Leute für ein Fahrzeug entscheiden», erklärt ETH-Professor Kay Axhausen.

Auf die Frage, wo die gesammelten Daten wieder einfliessen und ob sie in anderen ­Geschäftsbereichen angewendet werden, versichert Meyer: «Die Daten bleiben ausschliesslich im Projekt und werden nicht weiterverwendet.» Im ersten halben Jahr 2018 werden die Studienresultate veröffentlicht.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 15.06.2017, 17:22 Uhr

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