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Wie bezahlbar sind unsere Wohnungen?

Vor der Abstimmung am 9. Februar über mehr bezahlbare Wohnungen liefert eine Studie unerwartete Befunde.

Während es vor allem Paare leicht haben, eine erschwingliche Wohnung zu finden, sind Familien die grossen Verlierer. Foto: Thomas Egli
Während es vor allem Paare leicht haben, eine erschwingliche Wohnung zu finden, sind Familien die grossen Verlierer. Foto: Thomas Egli

Fast drei Viertel aller Menschen in der Schweiz leben heute bereits in bezahlbaren Wohnungen. Besonders gross ist das Angebot auf dem Land. Doch während es vor allem Paare leicht haben, eine erschwingliche Wohnung zu finden, sind Familien die grossen Verlierer. Denn das Angebot an grossen und vergleichsweise günstigen Wohnungen ist spärlich, wie aus der aktuellen Studie des Immobilien-Beratungsunternehmens Wüest Partner hervorgeht.

Als bezahlbar bezeichnen die Experten eine Single-Wohnung bis zu einer Monatsmiete von 1000 Franken. Bei einem Paarhaushalt haben sie eine Obergrenze von 1500 Franken festgelegt und für Mehrpersonen- oder Familienhaushalte eine Schwelle von 2000 Franken – jeweils ohne Nebenkosten. Gerade bei Wohnungen mit mindestens 4 Zimmern für weniger als 2000 Franken gibt es der Erhebung zufolge einen Engpass: Schweizweit sind nur 35 Prozent der grossen Wohnungen für diesen Preis zu haben. Am besten sieht es hier noch in der Agglomeration aus.

Nur wenig günstige Wohnungen in grossen Städten

In den Städten ist das Angebot an günstigen und grossen Wohnungen jedoch nicht so gering, wie man meinen könnte: 27 Prozent des angebotenen Wohnraums kostet weniger als 2000 Franken. Doch egal, für wen – Singles, Paare oder Familien – gilt ganz generell, dass das Angebot an bezahlbaren Wohnungen in den grossen Städten begrenzt ist.

Diese Ergebnisse hat das Immobilien-Beratungsunternehmen wenige Tage vor der Abstimmung über die Volksinitiative für «mehr bezahlbare Wohnungen» veröffentlicht. Die Initianten wollen erreichen, dass mindestens 10 Prozent der neuen Wohnungen von gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaften gebaut werden, die nicht gewinnorientiert arbeiten – mit dem Ziel, die Mietpreise zu dämpfen.

Mieten sinken weiter

Generell sind die Mieten in der Schweiz im vergangenen Jahr weiter zurückgegangen – rund das fünfte Jahr in Folge, wie die Erhebung zeigt. Grund dafür ist das grosse Angebot an Mietwohnungen und den damit verbundenen hohen Leerständen. Doch diese nehmen nicht mehr so rasant zu: Zum einen gibt es jüngst besonders viele Single-Haushalte, was die Nachfrage nach Wohnungen anheizt.

Zum anderen wächst die Zahl der neu gebauten Wohnungen langsamer. Das zeigt sich auch an der rückläufigen Zahl neuer Baubewilligungen: Im vergangenen Jahr schrumpften diese im Wohnungsbau um gut 14 Prozent – vor allem bei Eigentums- und Mietwohnungen. Auf die Mieten sollte das nach Einschätzung der Experten jedoch keinen unmittelbaren Einfluss haben: Sie könnten im laufenden Jahr weiter sinken – für neue und bestehende Mietverträge.

Alte, schlecht sanierte Gebäude sind Gift fürs Klima

Neben den Mietpreisen haben die Experten auch die Klimabelastung unterschiedlicher Wohnungsformen untersucht. Besonders schädlich sind ihrer Einschätzung nach ältere, nur rudimentär sanierte Gebäude mit einer älteren Ölheizung, während der Ausstoss an klimaschädlichem CO2 bei Neubauten deutlich geringer ist. Ins Gewicht fällt dabei neben der Heizung die Dämmung des Gebäudes. Zwar gelinge es zunehmend, den CO2 zu senken. Das Ziel des Bundes, bis 2050 klimaneutral zu sein, dürfte jedoch verfehlt werden, erklären die Experten.

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