Und das beste Handy-Netz der Schweiz hat ...

... Swisscom, Sunrise oder Salt? Die Resultate im Netztest 2019 sind äusserst knapp ausgefallen. Wer auf Platz 1 liegt – und wer aufgeholt hat.

Der aktuelle Qualitätstest der Schweizer Mobilfunknetze umfasste auch den Empfang in den Zügen. Foto: Christof Schürpf (Keystone)

Der aktuelle Qualitätstest der Schweizer Mobilfunknetze umfasste auch den Empfang in den Zügen. Foto: Christof Schürpf (Keystone)

Jon Mettler@jonmettler

Was für die Spitzenköche der «Gault Millau» ist, ist für die Schweizer Mobilfunkbetreiber der jährliche Netztest des deutschen Magazins «Connect». Er dient im Konkurrenzkampf der Standortbestimmung und zeigt auf,wo Nachholbedarf besteht. Doch auch die Konsumenten erfahren so, wie gut die Mobilfunknetze ihrer Anbieter überhaupt sind.

Heute hat «Connect» die aktuellen Ergebnisse veröffentlicht. Um es vorwegzunehmen: Marktführer Swisscom erreicht 974 von möglichen 1000 Punkten, Sunrise 967 und Salt deren 923.

Das Magazin testete die Netzqualität in drei Bereichen: Bei der Sprachtelefonie, beim Übermitteln von Daten und bei einer hohen Belastung von Funkzellen. Damit ist eine Situation gemeint, in der eine grosse Menschenmenge gleichzeitig das Netz nutzt.

Der kleinste Anbieter Salt rückt bei den Rufaufbauzeiten und der Sprachqualität näher an seine starken Mitbewerber heran. Als «bemerkenswert» bewerten die Tester die Erfolgsquoten, die Sunrise und Swisscom in grossen und kleinen Städten sowie auf den Verbindungsstrassen erreichen.

Salt holt auf

Bei der Datennutzung liefern sich Swisscom und Sunrise wie schon in den vergangenen Jahren ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Salt folgt mit geringem Abstand dahinter. Wie knapp es beim Schlagabtausch um die Spitzenposition zugeht, zeigen die Teilergebnisse in den einzelnen Kategorien: Bei den Fahrtests in Grossstädten liegen Sunrise und Swisscom praktisch gleichauf.

Bei den Gehtests in den grossen Städten hat Sunrise knapp die Nase vorn, bei den Fahrtests in den kleineren Städten und auf den Strassen liegt wiederum Swisscom vorn. Die Ergebnisse der Datenmessungen auf den Verbindungsstrassen fallen auch bei Salt überzeugend aus. «Autofahrer fahren also mit allen drei Netzen sehr gut», hält das Magazin fest.

Auch bei den grossen Menschenmengen liegen Swisscom und Sunrise sehr knapp beieinander: Gerade mal zwei Punkte trennen die auch in dieser Disziplin führende Swisscom von ihrem Verfolger Sunrise. Da falle der 10-Punkte-Rückstand von Salt gegenüber Sunrise «schon etwas deutlicher» aus, so die Tester.Der Grund: «Salt überzeugt mit guter Netzverfügbarkeit in ländlichen Regionen, fällt bei der 4G- und Datenabdeckung jedoch etwas zurück.»

Zum Rückstand auf die Konkurrenten hält Salt auf Anfrage fest: Das Unternehmen habe das Testergebnis um weitere 21 Punkte gesteigert, «während die anderen Anbieter stagnierten oder sich verschlechterten». Damit habe sich der Abstand weiter verringert, sagt eine Salt-Sprecherin. «Für den Nutzer ist dieser Unterschied in der täglichen Nutzung praktisch nicht spürbar.»

Guter Empfang in Zügen

Getestet hat «Connect» ebenfalls den Empfang in den Schweizer Bahnen. Dieser sei «sehr gut», womit die «eidgenössischen Netzbetreiber ihren Nachbarn in Österreich, aber vor allem in Deutschland vormachen, wie die Mobilfunkversorgung in Zügen aussehen sollte». Sunrise und Salt testen zusammen mit den SBB auf einzelnen Strecken den kostenlosen Internetzugang via Mobilfunk. Swisscom beteiligt sich nicht am Test.

Mit ihren Resultaten schneiden alle drei Schweizer Anbieter im europäischen Vergleich am besten ab: Der dritte Platz in der Schweiz wäre immer noch der erste in Deutschland, wie das Magazin schreibt. Dort holt sich mit 900 Punkten die Deutsche Telekom den ersten Platz und ist Sieger im Netztest – zum neunten Mal in Folge. In Österreich bleibt mit 955 Punkten der Vorjahressieger Magenta (ehemals T-Mobile Austria) auf der Spitzenposition.

Die Messungen in der Schweiz fanden vom 10. bis zum 30. Oktober 2019 statt. Die Fahrtests wurden in 18 Grossstädten und 33 Kleinstädten mit zwei Messfahrzeugen durchgeführt. Jedes Fahrzeug war mit sechs Smartphones bestückt.

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