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WAZ-Verkauf in Deutschland besiegelt

Essen Mit einem Millionen-Geschäft hat die deutsche WAZ- Mediengruppe ihre Eigentümerverhältnisse neu geordnet: Die drei Erben des Mitbegründers Erich Brost haben ihren 50-Prozent-Anteil an Petra Grotkamp verkauft.

Die Tochter des zweiten Firmengründers Jakob Funke hält damit durchgerechnet 66,6 Prozent, teilte Grotkamps Anwalt am Montagabend mit. Das Bundeskartellamt habe bereits zugestimmt. Der Erwerb erfolge mit wirtschaftlicher Rückwirkung zum 31. Dezember 2011. Der Testamentsvollstrecker der Brost-Erben habe zugestimmt, die Verträge seien unterschrieben, teilte die Verlagsgruppe mit. Zum Kaufpreis gab es keine Angaben. Er soll laut Branchenkreisen bei etwa 500 Millionen Euro liegen. Ex-Kanzleramtsminister Bodo Hombach, der für die Brost-Seite zehn Jahre lang WAZ-Geschäftsführer war, scheidet mit dem Abschluss aus dieser Position aus. Er werde die Mediengruppe aber weiter beraten, teilte Hombach mit, der den Verkauf an Grotkamp in einer Mitteilung begrüsste. Der Sozialdemokrat Erich Brost und der Konservative Jakob Funke hatten 1948 die «Westdeutsche Allgemeine Zeitung» mit einer Lizenz der britischen Militärregierung gegründet. Aus ihr entstand einer der grössten regionalen Zeitungsverlage Europas. Heute besitzt die WAZ-Mediengruppe 40 Zeitungen und mehr als 100 Zeitschriften. Die Gruppe erwirtschaftete 2011 mit etwa 15'000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 1,1 Milliarden Euro, 2010 waren es noch 1,2 Milliarden Euro Umsatz. Nach deutlichem Personalabbau soll das Betriebsergebnis 2011 wieder im dreistelligen Millionenbereich liegen. Kein Einigungszwang mehr Nach der Klärung der Eigentümerverhältnisse werden in der Branche weitere Reformen bei der WAZ etwa zum Ausbau des digitalen Angebots erwartet. Die neue Mehrheitseigentümerin Grotkamp muss sich dabei aber mit den beiden weiteren Eigentümern Stephan Holthoff-Pförtner und Renate Schubries abstimmen. Teil der Verträge sei auch die Zusicherung Grotkamps, für mindestens ein Jahr keine Konzerngesellschaft weiterzuverkaufen, teilte Testamentsvollstrecker Peter Heinemann mit. Allerdings: «Das Ende des bisherigen Einigungszwanges zwischen den beiden Gründerfamilien erleichtert die Entscheidungsfindung im Konzern. Für die Zukunft ist dies eine wichtige Voraussetzung, die WAZ- Mediengruppe weiter auszubauen», schreibt Heinemann.

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