Verkauf von Neuwagen sinkt in der Schweiz erneut

Die Autoverkäufer haben 2018 nicht von der guten Konjunkturlage profitiert. Dennoch zeigen sie sich zufrieden.

Schwieriges Umfeld: Das vergangene Jahr war nicht leicht für die Automobilbranche. (18. Dezember 2018)

Schwieriges Umfeld: Das vergangene Jahr war nicht leicht für die Automobilbranche. (18. Dezember 2018)

(Bild: Keystone)

Die Autoverkäufer in der Schweiz und in Liechtenstein profitierten 2018 nicht von der guten Konjunkturlage. Sie konnten deutlich weniger Neuwagen an die Kunden bringen als im Vorjahr. Rückläufig, wenngleich weniger stark, war auch der Occasionsmarkt.

Gesamthaft wurden im vergangenen Jahr in der Schweiz sowie im Fürstentum Liechtenstein knapp 300'000 neue Autos verkauft. Das entspricht einem Rückgang um 4,6 Prozent, nachdem die Verkäufe bereits im Vorjahr zurückgegangen waren.

Dieselfahrzeuge weniger gefragt

Das Autogewerbe machte die wirtschaftliche und politische Eintrübung in Europa, den Handelskonflikt zwischen den USA und China, das anhaltende Diesel-Bashing sowie Lieferengpässe zahlreicher Automobilhersteller aufgrund der neuen Abgasnorm WLTP verantwortlich. Vor diesem Hintergrund seien die vorliegenden Zahlen insgesamt zufriedenstellend, teilten der Auto Gewerbe Verband Schweiz (AGVS) und der Datenverarbeiter Eurotax am Montag mit.

Die Abgasskandale der vergangenen Jahre belasteten weiterhin insbesondere die Dieselfahrzeuge, für welche sich ein Fünftel weniger Käufer begeistern konnten als im Vorjahr. Deren Marktanteil pendelte sich den Angaben zufolge in der zweiten Jahreshälfte aber bei rund 30 Prozent ein.

Im Gegensatz dazu nahmen die Verkäufe von Neufahrzeugen mit alternativem Antrieb (+23 Prozent) deutlich zu. Der Marktanteil aller alternativen Antriebsarten betrug per Ende 2018 aber noch immer bescheidene 7,2 Prozent, derjenige reiner Elektrofahrzeuge – inklusive solcher mit Range Extender – sowie von Personenwagen mit Plug-in-Hybrid-Motor nur 3,2 Prozent.

Einzig Ford verzeichnete Anstieg

Unter den zehn Top-Marken verzeichnete lediglich Ford einen Anstieg bei den Neuwagenverkäufen ( 9,4 Prozent). Prozentual am meisten Federn lassen musste Opel mit -15 Prozent. Volkswagen verteidigte trotz schwindender Verkaufszahlen (-8,4 Prozent) seine Position als Marktführer.

Wirtschaftlich hätten sich die Einbussen 2018 für die offiziellen Markenvertreter wohl in Grenzen gehalten, hiess es weiter. Denn im gleichen Zeitraum hätten die Grauimporte überproportional (-28,6%) abgenommen.

Leichte Erholung bei Occasionen erwartet Etwas gemächlicher ging es auch am Gebrauchtwagenmarkt zu und her. So wurden im Gesamtjahr gut 856'000 Handänderungen registriert und damit 1,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit sei das Occasionsgeschäft aufgrund seines Volumens geleichwohl eine wichtige wirtschaftliche Stütze für die Branche geblieben. Angesichts des derzeit knappen Angebots rechnet Eurotax wieder mit leicht steigenden Occasionspreisen und insgesamt mit rund 865'000 verkauften Gebrauchtwagen. Für 2019 erwartet Eurotax eine Versachlichung der Dieselthematik. Abzuwarten bleibe, wie rasch die angekündigte Modelloffensive praktisch aller Premium- und Volumenhersteller zu einem deutlich höheren Marktanteil von Elektrofahrzeugen führen werde.

fal/sda

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