Ypsomed expandiert

Im Geschäft mit Insulinpumpen werden die Karten neu gemischt. Ypsomed forciert sein noch junges, hauseigenes Produkt.

Ypsomed-Chef Simon Michel ist mit dem Verkaufsstart der Ypsopump im Ausland zufrieden.

Ypsomed-Chef Simon Michel ist mit dem Verkaufsstart der Ypsopump im Ausland zufrieden. Bild: Felix Gerber

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Nach Tschechien und Australien im letzten Jahr hat Ypsomed in drei weiteren Ländern Tochterfirmen gegründet: in Belgien, Spanien und Polen. Das Burgdorfer Unternehmen will sich dort als Diabetesspezialist etablieren und Absatzmärkte für die Insulinpumpe Ypsopump erschliessen. Diese Pumpe ist seit August 2016 in einigen europäischen Ländern im Verkauf. Noch diesen Monat soll sie in der Schweiz auf den Markt kommen.

Ypsomed treibt die Expansion verstärkt voran, weil sie Mitte 2018 die Vertriebsrechte an der Insulinpumpe Omnipod des US-Herstellers Insulet verliert. Insulet hatte einen grösseren Anteil an den Erlösen verlangt, woraufhin Ypsomed-Chef Simon Michel im Juli das Aus für die Kooperation verkündete. Der Aktienkurs brach damals um 29 Prozent ein. Denn aus der Kooperation stammten zuletzt 43 Prozent des Betriebsgewinns von Ypsomed. Von diesem Taucher hat sich die Aktie erst etwa zur Hälfte erholt.

Konkurrent zieht sich zurück

Zu den Kursgewinnen in den vergangenen Tagen trug bei, dass der US-Konzern Johnson & Johnson angekündigt hat, er gebe die Produktion von Insulinpumpen auf. Das eröffnet neue Absatzchancen, insbesondere auf dem weltgrössten Gesundheitsmarkt USA. Ypsomed bereitet dort mittel­fristig den Markteintritt für seine eigene Insulinpumpe vor.

Mit dem Start der Ypsopump in den ersten Ländern zeigt sich ­Firmenchef Michel «äusserst zufrieden». Sie hebe sich von anderen Systemen ab, weil sie einfach zu bedienen sei. Allerdings muss das Insulin vom Bediengerät aus via Schlauch gespritzt werden. Der Omnipod dagegen kann auf die Haut geklebt und ferngesteuert werden. Er verfügt für bis zu drei Tage über genügend Insulin. Ein eigenes, schlauchloses System will Ypsomed bis in drei Jahren entwickeln. (Berner Zeitung)

Erstellt: 10.10.2017, 18:07 Uhr

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