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Wie die Migros mit Kaffee das Ausland erobern will

Die Migros wird in diesem Jahr das Wachstumsziel im Inland verfehlen. Im Ausland dagegen expandiert der Grossverteiler. Ein neues Kaffeeprodukt soll das Geschäft zusätzlich ankurbeln.

Die Migros macht Nespresso das Kaffeekapselgeschäft im Ausland streitig, wie die Zeitung «Der Sonntag» berichtet. Vor einem Jahr ist die Migros in Südkorea als Testmarkt mit dem Kaffeekapsel-System Cremesso gestartet – eine Abwandlung des Delizio-Kaffees, dem System für den Schweizer Markt. «In Südkorea haben wir bereits 17 Verkaufspunkte», sagt Migros-Industrie-Chef Walter Huber im «Sonntag».

Dabei handelt es sich um fünf Shop-in-Shop-Boutiquen und zwölf Verkaufspunkte in der grössten südkoreanischen Warenhauskette. Dieses Jahr kommt eine weitere Boutique hinzu. «Wir sind überrascht, wie gut es läuft. Deshalb wollen wir mit unserem Kaffeekapsel-Geschäft auch in unseren ausländischen Kernmärkten Deutschland, England und Frankreich Fuss fassen.»

Asien als Expandierungsziel

Produziert werden die Kapseln von der Migros-Tochter Delica. Laut Delica-Geschäftsleitungsmitglied Christoph Schmassmann strecke man die Fühler auch Richtung Japan, Hongkong und Singapur aus. In Europa gibt es Cremesso bereits in den österreichischen Spar-Läden sowie in 73 Verkaufspunkten in Ungarn, Slowenien und der Slowakei. In Tschechien steht man kurz vor der Markteinführung. Und seit Anfang Monat gibts die Kaffee-Maschinen und -Kapseln in 16 Media-Markt- und Saturn-Filialen in Russland.

«Die Kunden warten auf eine echte Alternative zu Nespresso», ist sich Huber seiner Sache sicher. Cremesso hilft Hubers Ziel, bis 2012 den Ausland-Umsatz der Migros-Industrie auf 700 Millionen Franken zu verdoppeln. Nebst Eigenmarken will er vermehrt auch Produktestars auf den Markt bringen: «Wir müssen unsere Innovationsleistung erhöhen, wie zum Beispiel mit dem neuen Milchdrink Shakeria, der Kosmetiklinie Zoé oder dem Mineralwassergetränk Aproz-O2.» Momentan siehts gut aus.

Schlechtere Geschäfte im Inland

Während der inländische Umsatz der gesamten Migros-Gruppe dieses Jahr das Wachstumsziel von einem Prozent wohl verfehlen wird, wie Migros-Chef Herbert Bolliger kürzlich bestätigte, läuft es im Auslandgeschäft deutlich besser. «Obwohl die wirtschaftliche Lage im Ausland nach wie vor schwierig ist und der Währungseffekt unser Wachstum bremst, legen wir zweistellig zu – und das im Premiumbereich», sagt Walter Huber im «Sonntag».

In Nordamerika beliefert Migros zum Beispiel neu den Grosshändler Costco mit Premium-Schokolade. Und vor Ort produziert sie Waschmittel und Kosmetikprodukte, die sie kanadischen Detailhändlern als Eigenmarke verkauft.

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