Zum Hauptinhalt springen

Was die Aktionäre von der Baselworld-Betreiberin fordern

Der Chef der Messeorganisatorin hat heute hingeschmissen. Wie reagieren die bedeutenden Aktionäre Zürich und Basel?

Jon Mettler
Ticken die Uhren auch im nächsten Jahr an der Baselworld wieder richtig?
Ticken die Uhren auch im nächsten Jahr an der Baselworld wieder richtig?
Keystone

Die Baselworld und deren Ausrichterin MCH Group haben turbulente Tage hinter sich. Heute Morgen gab MCH-Chef René Kamm seinen Rücktritt bekannt. Am Sonntag ist bekannt geworden, dass die Swatch Group als grösste Ausstellerin der Uhrenmesse in Basel dem Anlass ab kommendem Jahr fernbleiben wird. Damit ist plötzlich die weltweite Leitmesse der Uhren- und Schmuckindustrie als Ganzes infrage gestellt. Weiter rechnet MCH damit, dass die Absage des weltweit grössten Uhrenkonzerns aus Biel Auswirkungen auf das Jahresergebnis 2019 haben wird.

Die Turbulenzen werfen deshalb auch ein Schlaglicht auf wichtige Aktionäre der MCH Group: Gemeint sind die Steuerzahler aus Zürich und Basel. Der Kanton Basel-Stadt hält mit 33,5 Prozent den grössten Anteil an der Messeorganisatorin. Der Kanton Basel-Landschaft ist mit 7,8 Prozent beteiligt. Stadt und Kanton Zürich halten 3,7 Prozent respektive 4 Prozent.

Prüft die öffentliche Hand jetzt, ihre Beteiligung zu verringern oder sich ganz zurückzuziehen? Und was fordern die Aktionäre vom Messemanagement?

Ruf nach nachhaltiger Positionierung

Stadt und Kanton Zürich setzen ihr Engagement fort. «Die unterschiedlichen Messen der MCH Group tragen wesentlich zur Wertschöpfung in der Region bei und generieren auch Steuererträge. Um das attraktive Angebot am Standort Zürich und damit die investierten Werte zu sichern, beteiligt sich die Stadt Zürich weiterhin an der MCH Group», sagte Catharina Fingerhuth von der städtischen Finanzdirektion mit Blick auf die Messe Zürich in Oerlikon. Diese wird ebenfalls von MCH betrieben.

Roger Keller von der Finanzdirektion des Kantons Zürich verweist auf einen Beschluss des Regierungsrats vom Februar 2018. Darin verlangt die Kantonsregierung, dass der Messestandort Zürich-Nord und seine Stellung innerhalb von MCH weiter gestärkt werden. Von der neuen Chefin oder dem neuen Chef der Messeorganisatorin erwartet der Kanton Zürich eine «nachhaltige Positionierung des Unternehmens am Markt durch Verwaltungsrat und Geschäftsleitung».

Beide Basel bleiben Aktionäre

Der Kanton Basel-Stadt sei an der MCH Group wegen ihres volkswirtschaftlichen Nutzens beteiligt, schickt der zuständige SP-Regierungsrat Christoph Brutschin voraus. Dieser Nutzen ergebe sich «insbesondere für das lokale Gewerbe wegen der Durchführung von Messen». Dieses Ziel bestehe weiterhin. Deshalb gibt es laut Brutschin aktuell keine Absicht, die Beteiligung abzubauen oder sich von ihr zu trennen. Vom neuen Management erwartet er, dass es den eingeleiteten Transformationsprozess «fokussiert und mit Engagement vorantreibt». Ein Stichwort dazu lautet etwa Grand Basel, ein neuer Autosalon für wertvolle Marken.

Die Regierung des Kantons Basel-Landschaft prüft ihre Eigentümerstrategie bei MCH regelmässig. Sie ist dazu auch durch parlamentarische Vorstösse angehalten. Von der neuen Messeführung erwartet der Kanton, dass sie nach innen und nach aussen Vertrauen aufbaut und aufrechterhält, um die laufende Transformationsphase erfolgreich zu meistern. Das sagte Rolf Wirz von der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion.

Für die Swatch Group ändert sich mit dem Rücktritt von René Kamm nichts. Branchenkenner vermuten, er sei ein Bauernopfer, um Swatch-Group-Chef Nick Hayek zu beschwichtigen und zum Bleiben zu bewegen. «Wir haben zur Baselworld-Thematik schon alles gesagt und werden keinen weiteren Kommentar abgeben», sagte auf Anfrage Bastien Buss, Sprecher der Uhrengruppe. Will heissen: Die Swatch Group hält an ihrem Rückzug fest.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch