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Was bleibt von Villiger?

«Kaspar Villiger hat die meisten Erwartungen nicht erfüllt. Er hat es nicht geschafft, in der UBS grosse Umwälzungen anzustossen, dies sieht man beispielsweise an den unwesentlich veränderten Lohnstrukturen. Die Abstimmung am Donnerstag über den Vergütungsbericht war dann auch eine Ohrfeige an die Adresse Villigers. 2009 hatten viele Beobachter noch gehofft, er werde ein Verbindungsglied zwischen Wirtschaft und Politik sein. Auch in diesem Sinne hat er bei der UBS keine nachhaltigen Spuren hinterlassen. Eines muss man ihm jedoch zugutehalten: In der damals enorm schwierigen Situation für die UBS war es ein starker Schritt, das Amt überhaupt zu übernehmen. Zudem zeigte er sich sehr bescheiden, was sein eigenes Salär betraf.»
«Grübel wurde 2009 als Notchirurg des Intensivpatienten UBS eingestellt, Villiger sollte den dafür nötigen Begleitschutz in der Politik stellen. Diese Aufgabe hat er schlecht erledigt. Anstatt in der Politik für eine bescheidenere UBS einzustehen, mauserte er sich zum grössten Lobbyisten des veralteten Bonussystems der UBS. Anfangs brüstete er sich noch mit einem tiefen Salär, warf dann aber seine Prinzipien schnell über Bord und verdoppelte sich den Lohn. Villiger hat es definitiv nicht geschafft, ein Gegengewicht zu den Investment-Bankern zu schaffen, er liess sich vielmehr von ihnen vor den Karren spannen. Man kann von einer Fehlbesetzung sprechen.»
«Politisch hat er der UBS nichts gebracht. Ich sehe nicht, wo er Akzente gesetzt hätte. Die Enttäuschung ist deshalb auch bis tief in den Freisinn hinein zu spüren. Die UBS hat auch nach Villiger ein riesiges Imageproblem, gerade in der Schweiz. Villiger schaffte es nicht, das Vertrauen der Öffentlichkeit zurückzugewinnen. Dem Investment-Banking-Skandal in London konnte er wenig entgegensetzen und in der Salär-Frage übernahm er viel zu schnell die Argumentation der Banker, dass für die besten Leute Top-Löhne bezahlt werden müssen. Man sieht zu oft, dass es diese sogenannt besten Leute nicht bringen. Villiger hat somit keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, in ein paar Jahren wird bei der UBS niemand mehr von ihm sprechen.»
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