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VW-Manager nutzt die Gunst der Stunde

Als in der letzten Woche der VW-Aktienkurs von 210 auf über 1000 Euro in die Höhe schoss, machte der Produktionschef des deutschen Autobauers tüchtig Kasse.

Spekulanten am Werk: Der Höhenflug der VW-Aktie wird in die deutsche Börsengeschichte eingehen.
Spekulanten am Werk: Der Höhenflug der VW-Aktie wird in die deutsche Börsengeschichte eingehen.
Keystone

Wie VW heute in einer Mitteilung bekannt gab, verkaufte Jochem Heizmann letzte Woche 2000 VW-Aktien zum Preis von 537,93 Euro das Stück. Das bescherte im Cash in der Höhe von 1,08 Millionen Euro. Weitere Angaben machte VW nicht. Offen bleibt, zu welchem Kurs Heizmann die Aktien gekauft hat – oder ob er einen Teil seiner Aktienoptionen eingelöst hat.

Appell an die Moral

Ein Aufreger ist das in Deutschland trotzdem. Zwar habe Heizmann «börsenrechtlich gesehen alles richtig gemacht», schreibt die Online-Ausgabe der «Süddeutschen Zeitung». Aber Heizmann sei eben nicht nur ein einfacher Mitarbeiter, sondern Manager des Unternehmens. In diplomatischer Hinsicht hat Heizmann gleich mehrfach schwer daneben gegriffen. Werde der Aktienkurs nicht durch Erfolgsmeldungen sondern durch Spekulanten in die Höhe getrieben, sollten gerade Manger nicht gierig Kasse machen, so die «Süddeutsche Zeitung». Auch sehe es wieder einmal so aus, als wolle sich ein Vorstand noch schnell finanziell sanieren, bevor die Krise am Automarkt auch über sein eigenes Unternehmen hereinbricht.

Die VW-Aktie war letzte Woche innerhalb von zwei Tagen von 210 bis auf 1005 Euro in die Höhe geschossen. Kurstreibend wirkte die Mitteilung von VW-Grossaktionär Porsche, man habe über Aktien und Optionen Zugriff auf 74,1 Prozent an VW. Zudem bekannte Porsche, man strebe einen Beherrschungsvertrag an. An der Börse schlug das wie eine Bombe ein: Leerverkäufer, die auf fallende Kurse spekuliert hatten, wurden auf dem falschen Fuss erwischt. Sie mussten massiv Anteilsscheine zukaufen.

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