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Verbot: Schlankmacher-Pille macht depressiv

Der Pharmakonzern Sanofi-Aventis muss Acomplia europaweit vom Markt nehmen, weil für Patienten die Gefahr von Depressionen besteht. Die Schweiz wartet ab.

In der Schweiz ist das Medikament im Moment noch erhältlich; Swissmedic klärt Massnahmen ab. «Die Risiken überwiegen die Vorteile», sagte ein Sprecher des Unternehmens am Freitag in Paris. Die EU hatte Sanofi-Aventis aufgefordert, den Verkauf einzustellen. Vorerst dürfe das Mittel nicht mehr verschrieben oder in Apotheken ausgegeben werden, sagte der Unternehmenssprecher.

Patienten, die es verschrieben bekommen hätten, sollten einen Arzt aufsuchen. «Acomplia kann Depressionen auslösen, vor allem, wenn Patienten bereits früher an Depressionen litten», sagte der Sprecher. Sanofi-Aventis will klinische Studien mit dem Mittel fortsetzen.

Hoffnungsträger mit Nebenwirkungen

Das Medikament, das als eines der Hoffnungsträger des Konzerns galt, war im Juni 2006 zugelassen worden. Es wird bei der Behandlung von Übergewicht und Fettleibigkeit eingesetzt. Bislang wurden weltweit etwa 700'000 Patienten damit behandelt.

In den USA hatte das Medikament keine Zulassung erhalten, weil die US-Behörden der Ansicht waren, der Wirkstoff könne zu Depressionen und Suizid-Gedanken führen. Die Schlankmacher-Pillen enthalten den Wirkstoff Rimonabant, der Studien zufolge das Risiko für Depressionen und Angstzustände erhöht.

Eine von der britischen Arzneimittelkontrollbehörde MHRA veröffentlichte Studie listet Acomplia in 720 Fällen wegen unerwünschter Nebenwirkungen auf, davon in fünf Fällen mit tödlichen Folgen.

Swissmedic klärt ab

In der Schweiz ist Acomplia seit 2007 zugelassen. Das Schweizer Heilmittelinstitut Swissmedic sei im Gespräch mit Sanofi-Aventis, sagte ein Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. «Wir beobachten und klären weitere Massnahmen ab», sagte der Sprecher.

Für Patienten, die das Mittel verabreicht erhalten, bestehe keine akute Gefährdung. Sie könnten das Medikament weiter einnehmen, sollten aber in den nächsten Tagen mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin das weitere Vorgehen besprechen.

SDA/mbr

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