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Valora bezahlt Kioskfrauen auf Provision

Der Detailhändler testet ein neues Agentur-Modell: Die Kioskverkäuferinnen sollen als Selbständige unternehmerisches Risiko tragen.

Unternehmerisches Risiko, dafür Provision: Kioskverkäuferin in Zürich.
Unternehmerisches Risiko, dafür Provision: Kioskverkäuferin in Zürich.

Der Detailhändler will Kioskverkäufer zu selbständigen Unternehmern machen. Wie «10 vor 10» des Schweizer Fernsehens berichtete, sollen Kioskfrauen künftig auf eigene Rechnung wirtschaften – und anschliessend von Valora eine an ihrem Umsatz ausgerichtete Provision kassieren. Das Pilotprojekt läuft laut «10 vor 10» seit sechs Monaten.

Die Kioskfrauen tragen demnach mit eigenem Kapital unternehmerisches Risiko. Die Sendung porträtierte eine Kioskfrau, die mit 20'000 Franken Startkapital eine eigene GmbH gegründet habe.

«Zwiespältiges Gefühl»

Kritiker warnen vor der Verantwortung und dem Risiko, die auf die Kioskverkäuferinnen zukämen. «Der Vorschlag der Valora hinterlässt ein zwiespältiges Gefühl», sagte der Handelsrechtler Thomas Geiser von der Universität St. Gallen gegenüber der Sendung. Die Valora-Kioskfrauen könnten ihr Sortiment nicht selber wählen. Ginge es der Valora lediglich darum, Kosten zu sparen, so sei dies ein schlechtes Motiv.

Valora-Chef Kaspar Niklaus wehrte sich in der Sendung gegen den Vorwurf, Valora führe auf diesem Weg eine «Scheinselbständigkeit» ein. Das Risiko sei für die Kioskfrauen «kalkulierbar». Die Firma akzeptiere, wenn sich ein Kioskverkäufer gegen das neue «Agentur»-Modell entscheide.

Gute Zahlen

Valora hat ein gutes erstes Halbjahr hinter sich. Die Kioskbetreiberin hat den Reingewinn im Vergleich zur Vorjahresperiode um 43,8 Prozent auf 26,0 Millionen Franken gesteigert. Das Betriebsergebnis (EBIT) erhöhte sich von 23,0 auf 35,7 Millionen Franken, wie Valora am Donnerstag mitteilte.

Der Umsatz stieg um 1,2 Prozent auf 1,43 Milliarden Franken. Die Division Retail steigerte die Nettoerlöse um 1,8 Prozent auf 792 Millionen Franken, wie es weiter hiess. Die grösste Steigerung wurde dabei von der Sparte Kiosk Schweiz mit einem Umsatzplus von 1,2 Prozent erzielt.

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